Ärzte Zeitung, 06.06.2007

Versprochene Hilfen gegen Aids kommen oft nicht an

Heute beginnt der G-8-Gipfel in Heiligendamm / In vielen Ländern fehlen Ärzte

BERLIN/HEILIGENDAMM (ble). Ein zentrales Thema des heute beginnenden G-8-Gipfels der sieben reichsten Industrienationen und Russlands ist der Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria in der Dritten Welt.

In Sambia warnt dieses Schild vor Aids: Weltweit sind knapp 40 Millionen mit dem HI-Virus infiziert. Foto:imago

Die Staats- und Regierungschefs der G-8 stehen im Ferienort Heiligendamm ab heute vor großen Herausforderungen: 1,3 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung. Jedes Jahr verlieren 100 Millionen Menschen ihre finanzielle Existenz durch Krankheiten. Knapp 40 Millionen Menschen leiden weltweit an HIV/Aids, so Experten.

Die G-8-Staaten sind von ihren einst gegebenen Zusagen im Kampf gegen Aids, Tuberkulose oder Malaria indes weit entfernt. "Allein in diesem Jahr fehlen mehr als neun Milliarden US-Dollar für nachhaltige Aids-Programme", kritisiert Dr. Jörg Maas, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung. Mehr als fünf Millionen Aidskranke in Entwick lungsländern warten auf Hilfe.

Auch auf privater Ebene laufen Hilfsinitiativen. So stellt die von sieben forschenden Arzneiherstellern gegründete Accelerating Access Initiative Entwicklungsländern mit 135 Programmen lebensrettende Medikamente für fast eine Million Menschen zur Verfügung. Doch Geld und Arzneien allein können die Probleme nicht lösen: In vielen Ländern fehlt es schlicht an Ärzten und Fachpersonal.

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