Ärzte Zeitung, 06.05.2008

Zahl der HIV-Neudiagnosen wieder gestiegen

Anstieg bei Homosexuellen am stärksten / Syphilis-Infektionen als eine der Ursachen diskutiert

BERLIN (ple). Die Zahl der pro Jahr neu diagnostizierten HIV-Infektionen ist in Deutschland im Jahr 2007 erneut gestiegen, und zwar auf nunmehr fast 2800.

Die aktuellen Zahlen zu HIV-Infektionen hat jetzt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin veröffentlicht (Epid Bulletin Sonderausgabe A, Mai 2008). In dem Bericht sind die bis zum 1. März 2008 gemeldeten Daten berücksichtigt. Danach ist die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 2643 um vier Prozent auf 2752 gestiegen.

Dabei erhöhte sich die absolute Zahl der HIV-Neudiagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), im Jahr 2007 im Vergleich zu 2006 um zwölf Prozent, und zwar von 1373 auf 1543. Betroffen sind alle Altersgruppen, auch die unter 25-Jährigen.

Nach Angaben des RKI-Präsidenten Professor Jörg Hacker ist eine "der bislang wenig bekannten Ursachen für den Anstieg die hohe Zahl der Syphilis-Infektionen". Eine weitere Erklärung ist nach Ansicht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die intensivere Nachfrage nach dem HIV-Test, die gerade bei den besonders gefährdeten MSM dazu führt, dass mehr Infektionen entdeckt werden.

Auch bei Heterosexuellen erhöhte sich nach Angaben des RKI die Zahl der HIV-Neudiagnosen erneut, und zwar um 7,5 Prozent von 384 im Jahr 2006 auf 413 im vergangenen Jahr. In Deutschland leben derzeit knapp 60 000 HIV-Infizierte.

Der RKI-Bericht zu HIV kann abgerufen werden unter www.rki.de

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