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Ärzte Zeitung, 05.08.2008

Mexiko öffnet Märkte für Aids-Arzneien

Bill Clinton schlägt auf Weltaidskonferenz die Gründung einer Agentur zum Schutz von Aids-Patientinnen vor

MEXIKO-STADT (dpa). Derzeit beraten 25 000 Experten in Mexiko bei der Weltaidskonferenz 2008, wie Vorbeugung und Therapien verbessert werden können. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat in Mexiko-Stadt angekündigt, eine Agentur für die Frauen im Zusammenhang mit der Aids-Epidemie zu gründen. Mexiko will den freien Handel mit Medikamenten gegen Aids zulassen.

Clinton sagte, die Agentur solle im Rahmen des UN-Programms UNAIDS geschaffen werden. Die Frauen seien weltweit schon sehr stark von der Seuche betroffen, begründete Clinton seinen Vorschlag. "Im Kampf gegen die Epidemie muss aber auch der Kampf gegen Ungleichheit der Geschlechter und die Gewalt in allen ihren Aspekten einbezogen werden", forderte er.

Billige Generika können nun in dem mittelamerikanischen Staat vertrieben werden.

Nach Informationen von UNAIDS sind 80 Prozent der infizierten Frauen durch Gewaltanwendung in diese Lage geraten. Clinton sprach sich auch für eine Stärkung der Gesundheitssysteme und ihre Dezentralisierung aus, damit auch Randgruppen Zugang zu ihnen erhielten.

Um möglichst vielen HIV-Infizierten den Zugang zur Behandlung zu ermöglichen, will Mexiko unterdessen den freien Handel mit Medikamenten gegen Aids zulassen. Staatsoberhaupt Felipe Calderón kündigte auf der Konferenz an, auch den Import von Generika zu erlauben, deren Herstellerfirmen kein eigenes Werk in Mexiko besitzen.

Bisher durften in Mexiko solche Medikamente nur von Firmen verkauft werden, die auch eine Fabrik in dem Land betreiben. Durch diese Regelung waren billigere HIV-Generika bislang kaum verfügbar. Calderón kündigte zudem an, Mexiko werde in diesem Jahr umgerechnet knapp 200 Millionen Euro für den Kampf gegen die Epidemie ausgeben.

Im vergangenen Jahr starben zwei Millionen Menschen an Aids, davon 270 000 Kinder. Jeden Tag infizieren sich etwa 7500 Menschen neu mit dem Aids-Erreger, umgerechnet also alle zwölf Sekunden ein Mensch. Weltweit gibt es etwa 33 Millionen Infizierte, zwei Drittel davon in Afrika südlich der Sahara.

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