Ärzte Zeitung Extra, 01.12.2008

Seit 20 Jahren Engagement für Menschen mit HIV und Aids

Seit 20 Jahren Engagement für Menschen mit HIV und Aids

Ohne Geld keine erfolgreichen Hilfsprojekte - die Deutsche AIDS-Stiftung ist auf Spenden angewiesen.

Foto: Deutsche AIDS-Stiftung

Seit über 20 Jahren hilft die Deutsche AIDS-Stiftung, die größte Aids-Hilfsorganisation in Deutschland,

bedürftigen Menschen mit HIV und Aids. Und sie hat von Anfang an das Thema in die Öffentlichkeit gebracht, um HIV-Infizierten zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. Viel ist erreicht worden. Doch die Stiftung steht vor neuen Herausforderungen: Die Erfolge der HIV-Therapie verbessern nicht automatisch die soziale Lage vieler Betroffener.

Seit 1987 tritt die Stiftung als Anwalt der Kranken an. Ziel ist es, Menschen mit HIV und Aids finanziell zu helfen. HIV-Infizierte und Aids-Kranke geraten oft in materielle Not. Die Meisten infizieren sich, wenn sie jung sind, und keine oder nur geringe Rentenansprüche haben. Die Folge: finanzieller Abstieg.

Seit Gründung der AIDS-Stiftung gingen etwa 64 000 Hilfsanträge ein. Den Betroffenen konnte mit insgesamt 37 Millionen Euro geholfen werden. Es wurden etwa krankengerechte Betten oder Kühlschränke gekauft und Familienseminare und Krankenreisen organisiert und finanziert.

Die Hilfe für den Einzelnen stand im Mittelpunkt der Arbeit der Stiftung - das ist auch heute noch so. Die Situation hat sich sogar verschärft. Die moderne HIV-Therapie ist zwar ein großer Erfolg, HIV-Infizierte leben deutlich länger. Das bedeutet auch: Sie leben länger in relativer Armut. Dazu kommen gesetzliche Veränderungen im Gesundheitswesen. Die Stiftung ist immer stärker gezwungen, Leistungen wie Zahnersatz oder Seh- und Hörhilfen mitzufinanzieren.

Die Möglichkeit des Altwerdens mit Aids hat auch ganz neue Herausforderungen geschaffen. Im Verlauf der Therapie und bei steigendem Lebensalter nehmen bei vielen HIV-Infizierten die körperliche und die geistige Leistungsfähigkeit stark ab. Gehbehinderungen, Demenz und andere Erkrankungen führen zu einem hohen Betreuungsbedarf. Die Stiftung unterhält daher inzwischen betreute Wohnprojekte in Berlin, Essen und Koblenz. Ein Haus in Köln wird gebaut.

Seit sieben Jahren engagiert sich die Deutsche AIDS-Stiftung auch international, vor allem im südlichen Afrika. Die Stiftung fördert Hilfsprojekte in Südafrika, Namibia und Mosambik. Mit Erfolg: So gelingt es zum Beispiel im DREAM-Programm der Gemeinschaft Sant'Egidio in Mosambik, die Übertragung des Virus von infizierten Schwangeren auf ihre Feten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu verhindern. Von den mittlerweile weit über 4000 in dem Programm geborenen Babys HIV-infizierter Mütter sind weniger als zwei Prozent selbst HIV-infiziert.

Das alles kostet Geld. Die AIDS-Stiftung ist auf Spenden angewiesen, um ihre erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. (ug)

Daten zur Deutschen AIDS-Stiftung

  • 1987: Gründung der Deutschen AIDS-Stiftung "Positiv leben"; Gründung der Nationalen AIDS-Stiftung; erste Verleihung des Medienpreises
  • 1996: Die beiden Stiftungen schließen sich zur Deutschen AIDS-Stiftung zusammen.
  • 2000: erstes internationales Hilfsprojekt in Südafrika; die Stiftung wird Partner der International AIDS Vaccine Initiative.
  • 2008: Seit der Gründung ging Hilfe von 37 Millionen Euro an Betroffene. Die Stiftung fördert heute auch Projekte in Namibia, Südafrika und Mosambik.
  • Kontakt: Deutsche AIDSStiftung, Markt 26, 53111 Bonn, Tel.: 0228 - 60 46 90, Fax: 0228 - 60 46 999
  • Spenden für die Arbeit der Stiftung: Spendenkonto 400, BFS Köln, BLZ 370 205 00

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »