Ärzte Zeitung, 27.09.2009

Ein Aids-Impfstoff ist noch lange nicht in Sicht

Große Studie brachte einen ersten - aber noch zu schwachen - Erfolg

BANGKOK (ars). Als "Meilenstein" und "Durchbruch" wurde die bisher größte Studie zu einer HIV-Impfung bejubelt. Zwar wird sie in Europa oder den USA wohl nie zugelassen, aber einen Hoffnungsschimmer bietet sie doch.

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In der thailändischen Studie ließ sich ein mäßiger Effekt nachweisen.

Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist moderat: Die Infektionsrate war in der Verumgruppe lediglich um ein Drittel geringer als in der Placebogruppe. Für eine US- oder EU-Lizenz aber müsste die Schutzwirkung mindestens 70 bis 80 Prozent erreichen.

In der thailändischen Studie waren rund 16 000 Rekruten geimpft worden, und zwar mit zwei Vakzinen, die jede für sich genommen bisher versagt hatte. Die Immunisierung erfolgte nach einem neuartigen Konzept mit insgesamt vier Terminen. Im Verlauf von drei Jahren infizierten sich 74 Teilnehmer der Placebogruppe mit HIV, dagegen nur 51 der Verumgruppe. Damit habe sich erstmals eine Impfung als wirksam erwiesen, hieß es bei einer Konferenz in Bangkok. Bisher waren HIV-Vakzine entweder ineffektiv oder führten sogar zu erhöhten Infektionsraten. Selbst in der jetzigen Studie hatten geimpfte Infizierte keine geringeren Viruskonzentrationen im Blut als ungeimpfte.

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Eine Ärztin impft in Thailand einen Studienteilnehmer.

Foto: dpa

Die Resultate änderten zwar an den Verhaltensempfehlungen zur HIV-Prävention nichts, könnten aber die Forschung zu HIV-Impfstoffen beflügeln, sagte Dr. Ulrich Heide von der Deutschen AIDS-Stiftung im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

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