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Nobelpreisträgerin: HIV-Vakzine ist möglich

KÖLN (aza). Die Prävention der HIV-Infektionen gehört zu den unbewältigten Hauptaufgaben im Kampf gegen Aids. Die Entwicklung einer erfolgreichen Impfung ist dabei nur ein Teilaspekt. Ebenso wichtig erscheinen Maßnahmen, die das rechtzeitige Erkennen von Infizierten ermöglichen.

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Große Erfolge konnten in der Entwicklung einer effektiven antiretroviralen Kombinationstherapie erzielt werden, erinnerte die Medizin-Nobelpreisträgerin Professor Françoise Barré-Sinoussi vom Pariser Pasteur-Institut bei der 12. Europäischen Aids-Konferenz in Köln. So erhielten heute weltweit etwa drei Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion eine antiretrovirale Therapie. Allerdings kommen immer noch auf zwei neu initiierte Therapien fünf neue Infektionen.

Als ein wichtiger Weg zur Eindämmung der Aids-Pandemie wurde von Anfang an die Entwicklung einer Impfung angesehen. Die erst vor kurzem publizierte Thailand-Studie ist nach Einschätzung der französischen Virologin ein wichtiger Schritt vorwärts, und nicht - wie zum Teil interpretiert werde - ein Fehlschlag. Zwar wurde mit der in dieser Studie geprüften Impfstrategie, bestehend aus insgesamt sechs Impfungen mit zwei unterschiedlichen Impfstoffen, nur eine 31-prozentige Protektion vor der Neuansteckung mit HIV erreicht. Doch zum ersten Mal konnte tatsächlich eine - wenn auch moderate - Effektivität einer HIV-Vakzine nachgewiesen werden. Und selbst dieser geringe Impferfolg mache deutlich, dass die Entwicklung einer sicheren und effektiven präventiven HIV-Vakzine möglich ist, betonte Barré-Sinoussi.

Derzeit sei aber deutlich, dass die Präventivstrategien der Zukunft einen kombinierten Ansatz notwendig machten. Ebenso wichtig wie Grundlagenforschung und klinische Studien sind nach Angaben von Barré-Sinoussi auch Maßnahmen wie die Entstigmatisierung der HIV-Infizierten und der Kampf gegen die Diskriminierung der Betroffenen. Denn solche sozialen Faktoren verhinderten häufig eine rechtzeitige Diagnose der HIV-Infektion und begünstigten damit gleichzeitig die weitere Verbreitung der Infektion. Im Unterschied zur Impfung seien die dafür notwendigen Maßnahmen bereits heute schon möglich, betonte die Pariser Virologin.

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