Ärzte Zeitung, 24.11.2009

Weniger HIV-Neuinfizierte weltweit

Anstieg der Zahl der Infizierten verlangsamt sich offenbar / Inzwischen mehr als 33 Millionen HIV-Infizierte

GENF (ple). Die Zahl der HIV-Infizierten weltweit ist Schätzungen zufolge auf mehr als 33 Millionen gestiegen. Der Anstieg ist allerdings offenbar weniger stark als in den Jahren zuvor.

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Die meisten HIV-Infizierten leben in Ländern südlich der Sahara. Am stärksten betroffen ist Südafrika.

Im Vergleich zum Jahr 2001 lag die Zahl der Neu-Infizierten mit 2,7 Millionen im vergangenen Jahr um etwa 17 Prozent niedriger. Das geht aus dem Bericht der Organisationen UNAIDS und WHO aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hervor.

Der Anstieg der Zahl der HIV-Infizierten weltweit beruht auf zwei Effekten. Zum einen haben sich auch im Jahr 2008 wieder viele Menschen neu mit dem Aids-Erreger infiziert, insgesamt schätzungsweise 2,7 Millionen, darunter etwa 430 000 Kinder unter 15 Jahren. Zum anderen leben HIV-Infizierte vor allem in den industrialisierten Ländern aufgrund der effektiven antiretroviralen Therapie, die seit Mitte der 90er Jahre zur Verfügung steht, deutlich länger als im Zeitraum davor. Viele haben bereits fast die gleiche Lebenserwartung wie die übrige Bevölkerung.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es trotz des erneuten Anstiegs der Zahl der HIV-Infizierten. Wie es in dem UNAIDS-Bericht heißt, gab es offenbar im Jahr 1996 mit schätzungsweise 3,5 Millionen die meisten Neu-Infizierten innerhalb eines Jahres. Im vergangenen Jahr waren es dagegen ungefähr 30 Prozent weniger: Ungefähr 2,7 Millionen hatten sich mit dem Aids-Erreger infiziert. Und: Etwa zwei Millionen Menschen starben 2008 an den Folgen einer Aids-Erkrankung. Das waren etwa zehn Prozent weniger als 2004, dem Jahr als die bisher höchste Zahl an Aids-Todesfälle innerhalb eines Jahres verzeichnet wurde: 2,2 Millionen.

Die Länder südlich der Sahara waren auch 2008 wie in den Jahren zuvor die am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen. Mit mehr als 70 Prozent wurden dort die meisten HIV-Neuinfektionen registriert. Die meisten HIV-Infizierten weltweit leben in Südafrika: 5,7 Millionen. Die Zahl der HIV-Infizierten stieg dort von 19,7 im Jahr 2001 auf 22,4 Millionen im vergangenen Jahr. Allerdings sank die Zahl der Neu-Infizierten in diesen beiden Jahren von 2,3 auf 1,9 Millionen. Für UNAIDS und WHO beruht dieser Trend auf erfolgreichen Präventionsprogrammen.

In Nordamerika sowie West- und Zentraleuropa zusammen haben sich im vergangenen Jahr 75 000 Menschen mit dem Aids-Erreger infiziert, 2001 waren es noch 93 000. In Deutschland leben etwa 67 000 HIV-Infizierte, ungefähr 3000 von ihnen haben sich 2008 angesteckt.

Den Bericht gibt es im Internet bei UNAIDS unter: www.unaids.org

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