AIDS/HIV

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: HIV-Infektion – Test und Behandlung

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 05.11.2010

Der Standpunkt

Ausgrenzung bei HIV beenden!

Von Peter Leiner

Ausgrenzung bei HIV beenden!

Der Autor ist Redakteur im Medizin-Ressort bei der "Ärzte Zeitung". Schreiben Sie ihm: peter.leiner@springer.com

Seit zwei Jahren hält sich in Deutschland glücklicherweise die Zahl der Menschen, bei denen jährlich eine HIV-Infektion neu diagnostiziert wurde, konstant bei etwa 2800. Der zuvor registrierte allmähliche Anstieg der Neu-Infektionen ist damit zunächst gebremst, nicht zuletzt durch die Kampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), deren Motto "Gib Aids keine Chance", aber auch "Mach's mit!" inzwischen wohl jedem geläufig ist.

Spätestens jetzt heißt es, sich viel stärker als bisher jenen Menschen zu widmen, die sich bereits mit dem Aids-Erreger infiziert haben. Derzeit leben in Deutschland etwa 60 000 bis 65 000 Menschen mit einer HIV-Infektion. Sie haben durch die antiretrovirale Therapie eine Lebenserwartung wie die übrige Bevölkerung und werden in Deutschland hervorragend medizinisch versorgt.

Auch wenn die Hysterie der 80er Jahre verflogen ist, als manche Politiker HIV-Infizierte wegsperren wollten, kann noch längst nicht von einem normalen Umgang mit den Infizierten gesprochen werden - sei es am Arbeitsplatz oder im übrigen gesellschaftlichen Zusammenleben. Nicht alle HIV-Infizierten haben den Mut, sich zu outen, weil es noch viele Vorurteile gibt, nicht zuletzt mit der Angst, sich im normalen gesellschaftlichen Umgang mit ihnen anzustecken.

Gut, dass sich die BZgA mit ihrer in dieser Woche gestarteten Kampagne gegen die Diskriminierung HIV-Infizierter stemmen will. Dabei können die etablierte Plakataktion -nun mit ganz anderen Motiven als bisher - sowie HIV-Infizierte als Botschafter, die helfen sollen, das Leben mit HIV in der Gesellschaft sichtbarer zu machen, nur der Anfang sein.

Was die Bemühungen zur Entstigmatisierung zusätzlich unterstützen kann, sind Aktionen mit Ärzten - auch HIV-infizierten -, die etwa in Talkshows über den Umgang mit Infizierten oder über eigene Erfahrungen berichten. Ein ermutigendes Beispiel: die Ärztin Heidemarie Kremer, die sich bei ihrer Arbeit mit HIV infiziert hat und bereits seit mehr als 22 Jahren mit dem Virus lebt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »