Ärzte Zeitung, 13.05.2011

Frühzeitige HIV-Therapie senkt das Risiko der Virusübertragung

Werden HIV-Infizierte schon bald nach der Infektion antiretroviral behandelt, lässt sich das Risiko der Virusübertragung auf den Sexualpartner um 96 Prozent verringern.

Frühzeitige HIV-Therapie senkt das Risiko der Virusübertragung

HIV-Modell: Moderne antiretrovirale Therapie hält das Virus in Schach.

© dpa

CHAPEL HILL (ple). Der Nutzen einer frühzeitigen antiretroviralen Therapie (ART) wurde jetzt erstmals in einer randomisierten kontrollierten Studie beobachtet. An der noch laufenden Studie des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) nehmen fast 1800 vorwiegend heterosexuelle Paare in den USA, Afrika und Asien teil. Das vorläufige Ergebnis war für die Studienleiter so überzeugend, dass beschlossen wurde, die Befunde bereits vier Jahre vor Abschluss der Studie zu veröffentlichen.

Nach Angaben des US-Instituts beweist die Studie erstmals, dass eine frühzeitige antiretrovirale Behandlung nicht nur die Krankheitsprogression verzögert, sondern dass darüber hinaus die sexuelle Übertragung des Virus auf den Geschlechtspartner wesentlich erschwert wird.

In der im April 2005 begonnenen Studie erhielt die eine Hälfte der HIV-Infizierten frühzeitig nach der Infektion eine antiretrovirale Dreifach-Kombi-Therapie, die andere Hälfte dagegen die Medikamente erst, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechterte. Das war der Fall, wenn die T-Zell-Zahl unter 250 Zellen pro Mikroliter sank oder die HIV-Infizierten eine Aids-definierende Erkrankung wie Pneumocystis-Pneumonie entwickelten.

Bei der Datenauswertung im April dieses Jahres wurden insgesamt 39 Neuinfektionen festgestellt, von denen bei mindestens 28 Infizierten der Aids-Erreger direkt vom Partner übertragen wurde. Fast alle Neuinfizierten - nämlich 27 Studienteilnehmer - hatten das Virus von einem Partner bekommen, der die Medikamente gegen HIV nicht frühzeitig eingenommen hatte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »