Neues HIV-Therapiekonzept geht nicht auf

Veröffentlicht:

MÜNCHEN (ple). Rückschlag im Kampf gegen HIV: Die Hoffnung, durch eine Stammzelltransplantation antiretroviral behandelte HIV-Infizierte von ihrer Infektion zu heilen, hat sich in einer ersten Studie offenbar nicht erfüllt.

Als "Der Mann, der HIV besiegte" ging die Nachricht über die Kasuistik des in Berlin behandelten US-Amerikaners Timothy Ray Brown durch die Medien.

Vor wenigen Tagen hieß es im "Focus", der behandelnde Arzt, Dr. Gero Hütter, habe jetzt doch "Spuren von HIV" in der Darmschleimhaut des Patienten gefunden.

Auch während der internationalen Tagung CROI 2012 (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections) in Seattle im US-Bundesstaat Washington wurden jetzt alle jene enttäuscht, die große Hoffnung in die Transplantation gesetzt hatten.

Denn in einer kleinen Studie mit zehn Patienten gelang es nicht, durch eine Übertragung allogener hämatopoetischer Stammzellen wegen eines Aids-assoziierten Lymphoms antiretroviral behandelte HIV-Infizierte von dem Virus vollständig zu befreien.

Münchner Aids- und Hepatitis-Tage ab 16. März

Der einzige Patient der Studie, bei dem HIV-RNA-Moleküle mit den modernsten Methoden im Plasma nicht mehr nachweisbar war, hatte die höchsten Werte für HIV-DNA sowie als 2-LTR-Ringe bezeichnete Strukturen, die ein Zeichen für die aktive Vermehrung des Virus in der Zelle sind.

Trotz myoablativer Therapie und Stammzelltransplantation bleibt also offenbar doch ein HIV-Reservoir bestehen. Es sei wohl entscheidend für eine Heilung, dass den Spenderzellen, wie bei Brown, der Rezeptor CCR5 fehlt, den HIV für die Infektion benötigt, so die Forscher.

Heilung bleibt dennoch weiter vorrangiges Ziel der HIV-Forschung, die auch ab 16. März bei den 14. Münchner Aids- und Hepatitis-Tagen diskutiert wird. Auch Brown wird an der Tagung teilnehmen.

Mehr zum Thema

Zweiter Berliner Patient

HIV-Remission mit nicht-resistenten Stammzellen erreicht

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Lesetipps
Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen

Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Hand lehnt demonstrativ eine Spritze ab.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar