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Neue Hoffnung im Kampf gegen HIV

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Können HIV-Infizierte schon bald geheilt werden? Der Fall des "Berliner Patienten" lässt hoffen.

MÜNCHEN (awa). Eine Heilung von HIV scheint prinzipiell möglich, wie der Fall des "Berliner Patienten" gezeigt hat.

Bei dem "Berliner Patienten" war auch ohne HIV-Therapie mehrere Jahre lang HIV nicht mehr nachweisbar: Er hatte eine Knochenmarktransplantation zur Behandlung seiner Leukämie mit Stammzellen von einem Spender erhalten, der aufgrund einer natürlichen Mutation auf seinen CD4-Zellen keinen für die Infektion mit HIV notwendigen CCR5-Korezeptor hatte.

Gentherapeutischer Forschungsansatz

Wenn es gelänge, aus eigenen Zellen eines HIV-Infizierten dieselbe oder eine ähnliche Veränderung durch eine Gentherapie zu erzeugen, dann würde das langfristig Heilung bedeuten, bestätigte Professor Johannes Bogner aus München auf den Münchner Aids- und Hepatitistagen.

Solch ein erster gentherapeutischer Forschungsansatz bei HIV-Infizierten habe bereits gezeigt, dass reife, ausdifferenzierte Lymphozyten mit Zinkfingernukleasen gentechnisch so verändert werden können, dass sie keinen CCR5-Korezeptor haben.

Nach Retransfusion der veränderten Lymphozyten konnte eine Vermehrung der neuen Zellen in den HIV-Patienten nachgewiesen werden.

Eliminierung der latenten HIV-Reservoire

Dr. Eva Wolf, München, stellte einen weiteren Ansatz zur Eradikation von HIV vor: Die Eliminierung der latenten HIV-Reservoire, in denen das virale Genom integriert, HIV aber inaktiv ist.

Histondeacetylaseinhibitoren (HDAC-Inhibitoren) können die DNA-Chromatinstruktur öffnen und somit die Expression von HIV aktivieren. Das Proof-of-Principle gelang mit dem HDAC-Inhibitor Vorinostat. Nach Einmalgabe der Substanz stieg bei sechs HIV-Patienten unter einer stabilen Therapie die zell-assoziierte RNA um den Faktor 3 bis 10.

Bogner kann sich vorstellen, Vorinostat in der in Deutschland laufenden Studie New Era einzusetzen.

In dieser Studie werden 22 Patienten mit einer HIV-Primärinfektion und 20 Patienten mit einer chronischen HIV-Infektion seit zwei Jahren erfolgreich mit fünf verschiedenen HIV-Medikamenten behandelt.

Würde Vorinostat die latenten Reservoire aktivieren, könnten die fünf Medikamente die Vermehrung der Viren in den Reservoiren hemmen.

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