Direkt zum Inhaltsbereich

HIV-Arznei zur Prophylaxe empfohlen

Das HIV-Mittel Truvada® (Emtricitabin plus Tenofovir) wirkt auch zur Präexpositionsprophylaxe. FDA-Berater plädieren deshalb für eine Indikationserweiterung.

Veröffentlicht:
HI-Virus: Für den PrEP-Schutz dagegen spricht sich ein FDA-Gremium aus.

HI-Virus: Für den PrEP-Schutz dagegen spricht sich ein FDA-Gremium aus.

© Sebastian Schreiter

FOSTER CITY (mal). Ein Beraterausschuss der US-Zulassungsbehörde FDA hat die HIV-Arznei Truvada® (Emtricitabin plus Tenofovir) zur Präexpositionsprophylaxe empfohlen.

Stimmt die FDA der Empfehlung zu, könnte damit erstmals ein gegen HIV wirksames Mittel nicht mit diesem Virus infizierten Personen verordnet werden, meldet der Hersteller Gilead in Foster City, Kalifornien.

Die Empfehlung zur Indikationserweiterung gelte für Männer, die Sex mit Männern haben, für nicht infizierte Menschen, die mit einem HIV-Positiven sexuell verkehren (Serodiskordanz) sowie für Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko (etwa Prostituierte).

Basis der Empfehlung seien mehrere klinische Studien zur Präexpositionsprophylaxe, darunter auch zwei Studien, die von den National Institutes of Health und der Universität von Washington unterstützt worden seien, berichtet das Unternehmen.

Die Studien sind in den Tagungsunterlagen der FDA gelistet und im Web einsehbar. Die besten Ergebnisse zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) hat bisher die Studie "Partners PrEP" gebracht.

Epidemie setzt sich weiter fort

Hier war unter einmal täglicher Einnahme der Kombi aus Emtricitabin (200 mg) plus Tenofovir (300 mg) das HIV-Infektionsrisiko unter serodiskordanten Paaren in Kenia und Uganda um 75 Prozent niedriger als mit Placebo.

Seit dem Jahr 2004 sei die Rate von HIV-Neuinfektionen in den USA in etwa unverändert; jährlich infizierten sich nach Angaben der US-Behörde CDC zwischen 48.100 und 56.000 Personen neu mit diesem Virus, heißt es in den Unterlagen der FDA.

Trotz effizienter Möglichkeiten der Prävention setze sich die Epidemie unverändert fort. Außer Kondome, die von gefährdeten Personen aber nicht konsequent genutzt würden, gebe es kein zur Prävention einer HIV-Infektion zugelassenes Produkt.

Truvada® ist in Deutschland zur Behandlung HIV-1-infizierter Erwachsener in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zugelassen. Zur Präexpositionsprophylaxe reicht die alleinige Einnahme des Kombi-Präparates.

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Lesetipps
Die deutsche Nationalelf bei einem Training.

© picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Eine Reihe von Holzfiguren steht nebeneinander.

© MidJen / stock.adobe.com / Generiert mit KI

Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung

Inklusiver Arbeitsplatz? Warum Praxen von Vielfalt im Team besonders profitieren