Ärzte Zeitung, 04.03.2013

US-Pädiater behaupten

Kind von HIV geheilt

Sensation in den USA: Amerikanische Pädiater berichten, ein HIV-infiziertes Kind von der Infektion "geheilt" zu haben.

Kind von HIV geheilt

Nach Angaben der Kinderärzte konnten Standardmethoden das HI-Virus bei dem einst erkrankten Jungen nicht mehr nachweisen.

© psdesign1 / fotolia.com

ATLANTA. Über die vorläufige "Heilung" des durch die Mutter infizierten Kindes haben Kinderärzte vom Johns Hopkins Children's Center in Baltimore auf der "20. Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections" berichtet. Die Veranstaltung findet noch bis zum 6. März in Atlanta im US-Staat Georgia statt.

Selbst 26 Monate nach Beginn der antiretroviralen Therapie innerhalb von 30 Stunden nach der Geburt war der Aids-Erreger im Plasma mit den Standardmethoden nicht mehr nachweisbar - und das, obwohl die Therapie im 18. Lebensmonat ausgesetzt worden war.

Die Nachweisgrenze lag bei 20 HIV-RNA-Molekülen pro Milliliter Plasma. Durch die antiretrovirale Therapie ließ sich damit das Virus bereits ab dem 29. Behandlungstag nicht mehr nachweisen.

Kein vermehrungsfähiges Virus gefunden

Anders war das, wenn die Ärzte sehr sensitive Nachweismethoden verwendeten. Mit Hightech-Verfahren spürten sie 37 HIV-DNA-Moleküle pro eine Million Monozyten im peripheren Blut auf, als das Kind 24 Monate alt war.

Allerdings war darunter kein vermehrungsfähiges Virus, wie die Pädiater berichten.

Den Erfolg der antiretroviralen Therapie bezeichnen sie als "functional cure", was von der Eliminierung des Aids-Erregers allerdings noch weit entfernt ist. (ple)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Ein seltenes Ereignis

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »