Ärzte Zeitung, 05.03.2013

Kommentar zur "Heilung" eines HIV-Kindes

Ein seltenes Ereignis

Von Peter Leiner

Nur der Zufall brachte es an den Tag: Weil in den USA die Eltern des bereits bei seiner Geburt HIV-infizierten Kindes nach 18 Monaten Therapie eine Zeit lang nicht mehr mit ihm zu den Untersuchungen kam, setzte die Behandlung zwangsläufig mehrere Monate aus.

Und doch tauchte das Virus auch, als das Kind bereits 26 Monate alt war, nicht wieder auf. Ein Grund, von der gängigen sechswöchigen Postexpositionsprophylaxe (PEP) der Säuglinge infizierter Mütter auf eine aggressive Therapie umzusteigen?

Ganz und gar nicht. Denn noch ist nicht klar, ob nur die Therapie die Menge des Aids-Erregers so stark reduziert hat, dass das Virus nicht mehr nachweisbar ist, und ob sich das bei anderen Neugeborenen replizieren lässt.

Durch eine kombinierte Intervention unter anderem mithilfe der wenige Stunden nach der Geburt begonnenen PEP ist es ja gelungen, bei HIV-infizierten Schwangeren die Übertragungsrate von 40 Prozent Mitte der 1990er-Jahre auf unter zwei Prozent zu senken. Die Prävention ist also allemal besser, als auf Verdacht aggressiv zu therapieren.

Es bleibt spannend zu klären, welche Faktoren das Kind vor einem Wiederanstieg der Virusmenge im Blut schützen. Auf der Suche danach werden die Forscher sicher nichts dem Zufall überlassen.

Lesen Sie dazu auch:
US-Pädiater behaupten: Kind von HIV geheilt

[05.03.2013, 18:07:35]
Annett Fischer 
HI-Virus ?
Hallo Herr Leiner,

bei einem Test wird nicht das Virus nachgewiesen! Auch in den USA nicht. Es werden Antikörper, bzw Eiweißverbindungen nachgewiesen.Antikörper gegen sämtliche Erkrankungen ( gegen die auch geimpft wird) sind doch immer das Ziel der Schulmedizin und je höher, desto besser.Bei diesem " AIDS- Erreger" Unsinn kann ich nur sagen, dass es auch einmal Konsens war als alle Welt behauptete die Erde währe eine Scheibe. Bisher hat sich aber noch jede Wahrheit irgendwann durchsetzen können.
Diese Tests sind in der Welt nicht geeicht, welchen Grund hat es wohl?
Nun glauben sie weiter an die Scheibe!
LG zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »