AIDS/HIV

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: HIV-Infektion – Test und Behandlung

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 01.12.2014

Fund im Riff

Algen bremsen HIV aus

Meeresforscher haben auf einer Expedition Wirkstoffe gegen HI-Viren gefunden - in einem Korallenriff.

Algen bremsen HIV aus

Liegt in Algen ein Schlüssel gegen den Virustyp HIV-1?

© jharela / fotolia.com

HAMBURG/THUWAL. Einen hochwirksamen Wirkstoff gegen HI-Viren hat der Meeresforscher Dr. Stephan Kremb von der King Abdullah Universität (KAUST) in Thuwal/Saudi Arabien in einer Braunalge im mesoamerikanischen Barriere-Riff entdeckt (PloS One 9(8): e103895).

Der Fund im Rahmen der Klimawandel-Expedition des Forschungsschiffes ALDEBARAN werde ein wichtiger Schritt im Kampf gegen HIV sein, teilt ALDEBARAN Marine Research & Broadcast mit.

Auf der einmonatigen Expedition im Korallenriff untersuchte Kremb zusammen mit dem Riffökologen Christian Wild vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen Algen auf medizinische Wirkstoffe und fand in Extrakten einer Braunalge eine wirksame Substanz gegen HIV-1.

Die Algenextrakte aus dem Korallenriff hemmen die Vermehrung verschiedener Viren-Stämme des Typs HIV-1, indem sie das Anheften der Viren an die Zellen verhindern, so die Mitteilung. Welche Stoffe in den Extrakten für diese Wirkung verantwortlich sind, ist noch unklar.

Wirksamer bei starker Sonneneinstrahlung

Ärzte Zeitung Dossier HIV und Aids

Leben mit HIV: In unserem umfangreichen Dossier zu HIV und Aids finden Sie ein Video-Interview mit einem Infizierten, ein Video über den Besuch in einer HIV-Apotheke sowie Berichte über neue Erkenntnisse in der Therapie.

Das Forscherteam stellte außerdem fest, dass die Extrakte aus Algen, die im Meer starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, das Virus weitaus wirksamer hemmten.

Maßgeblich an der Studie beteiligt waren auch Christian R. Voolstra von der King Abdullah Universität und Ruth Brack-Werner vom Institut für Virologie am Helmholtz Zentrum München. Für das Forscherteam beginnt nun die Suche nach den Molekülen, die Virenhemmung verursachen.

Den gleichen Effekt fanden die Wissenschaftler bei Braunalgen, die mit Moostieren oder Kleinalgen besiedelt waren. Beides sind für die Alge Stressfaktoren, gegen die sie - wie auch viele andere Bewohner im eng besiedelten Lebensraum Korallenriff - Abwehrstoffe wie die Polyphenole bildet.

Finanziert wurde die Schiffs-Expedition im Korallenriff mit Sponsoren und durch ehrenamtliches Engagement.

Anpassungsfähige Algen

Das Forschungs- und Medienschiff ALDEBARAN, auf dem die Forschungsarbeiten von 2007 bis 2009 durchgeführt wurden, ist besonders für Flach- und Küstengewässer geeignet und mit einer eigenen Tauchbasis ausgerüstet.

So können Wissenschaftler ihre Arbeiten effektiv und sicher auch an entlegenen und schwer zugänglichen Stellen im Riff durchführen, heißt es in der Mitteilung.

Ziel der Expedition war es die Folgen des Klimawandels auf das sensible Korallen-Riffökosystem zu untersuchen. Erste Ergebnisse zeigen, dass zum Beispiel schnell anpassungsfähige Algen die sensiblen Korallenstöcke in vielen Bereichen bereits überwuchert haben.

Damit will das Forscherteam auf die weitgehend unbemerkten, jedoch dramatischen Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Meere aufmerksam machen.

So konzentrieren sich die Forschungsarbeiten auf die Flachwasserbereiche der europäischen Küsten von der Ost- und Nordsee über das Mittelmeer und die Kanaren und die Riff- und Mangrovengebiete in Mittelamerika. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »