Ärzte Zeitung, 24.04.2015

HIV

Wo sich die Viren in der Zelle verstecken

HEIDELBERG. HI-Viren integrieren ihre DNA wohl gleich hinter der Eintrittspforte zum Zellkern, den Kernporen. Das haben Forscher des Uniklinikums Heidelberg und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) herausgefunden (Nature 2015; online 2. März).

An infizierten Zellen unter dem Mikroskop zeigte sich: Die farblich markierte DNA der Viren wird in die nächsten aktiven Gene eingebaut, auf die es nach dem Eintritt durch die Kernporen stößt, heißt es in einer Mitteilung der Uni Heidelberg.

In diesen Bereichen rund um die Kernporen befinden sich meist genau die Gene, die zuvor bereits als bevorzugtes Ziel der Viren identifiziert worden waren. In den weiter mittig gelegenen Bereichen des Zellkerns fand sich dagegen kaum Viren-DNA.

Um sich in das menschliche Erbgut einbauen zu können, benötigen die HI-Viren die Hilfe bestimmter zelleigener Proteine. "Eine wichtige Rolle spielten dabei Eiweißbestandteile der Kernporen.

Das ist wahrscheinlich ein Grund dafür, warum HIV in den Bereichen unmittelbar hinter den Kernporen bleibt", wird Dr. Marina Lusic, Leiterin einer Arbeitsgruppe des Bereichs Virologie am Uniklinikum Heidelberg zitiert. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »