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HIV

NRTI-freie Therapie bei Komorbiditäten

Ein NRTI-freies Therapieregime war in einer Studie einem Standardregime nicht unterlegen.

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MÜNCHEN. Angesichts des immer größeren Anteils an älteren HIV-Patienten mit Komorbiditäten und Co-Medikationen könnten Nuke-freie Therapieregime künftig an Bedeutung gewinnen.

Dr. Ansgar Rieke von der immunologischen Ambulanz im Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen, erklärte, dass er damit rechne, dass im Jahr 2030 fast drei Viertel aller HIV-Infizierten über 50 Jahre sein werden.

Mehr als 80 Prozent dieser Patienten werden neben der HIV-Infektion relevante Begleiterkrankungen, darunter kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz aufweisen.

Die deshalb häufig nötige Polypharmakotherapie erfordert ART-Regime, die mit Begleiterkrankungen und -medikationen kompatibel sind.

Eine Option könnten daher Regime ohne den sonst üblichen Backbone aus nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren sein.Professor Dr. Hans-Jürgen Stellbrink, niedergelassener Arzt am Infektionsmedizinischen Centrum Hamburg, präsentierte auf einer vom Unternehmen Janssen Cilag unterstützten Veranstaltung im Rahmen der 6. Münchner AIDS- und Hepatitis-Werkstatt die Studie NEAT 001: Die randomisierte, multizentrische, offene Untersuchung der Phase III verglich ein nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI)-freies Regime bestehend aus geboostertem Darunavir (DRVr, Prezista®) plus Raltegravir (RAL) mit einem Standardregime bestehend aus geboostertem Darunavir plus dem Nuke-Backbone (Tenofovir/Emtricitabin, TDF/FTC) bei nicht-vorbehandelten HIV-Patienten (n=805).

Nach 96 Wochen fiel bei 89,4 Prozent der Patienten in der DRVr/RAL-Gruppe und bei 93,3 Prozent der Patienten und DRVr/TDF/FTC-Gruppe die Viruslast unter die Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml und erreichte damit den primären Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit.

Patienten mit hoher Viruslast (= 100.000 Kopien/ml) zu Studienbeginn hatten unter DRVr/RAL eine höhere Versagensrate (nicht signifikant) als im klassischen Triplearm, auch bei Patienten mit schlechtem Immunstatus (CD4 < 200 Zellen/ml) schnitt DRVr/RAL schlechter ab. Sicherheit und Verträglichkeit waren in beiden Therapiearmen vergleichbar. (MW)

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