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Aktuelle WHO-Daten

Mehr HIV/TB Ko-Infektionen in Risikogruppen

Nicht alle profitieren von der sinkenden Zahl der Tuberkulose-Fälle in Europa. So ist das Risiko für eine TB-Infektion bei HIV-Patienten sogar gestiegen.

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MÜNCHEN. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Zahl der Tuberkulose-Infektionen in den 53 Ländern, die die WHO Europa zuordnet, kontinuierlich ab – pro Jahr im Durchschnitt um 5,4 Prozent. Allerdings profitieren einige Risikogruppen von diesem allgemeinen Trend nicht, besonders HIV-Patienten, Migranten oder Inhaftierte.

So ist die Zahl der HIV/TB-Ko-Infektionen laut dem aktuellen Tuberculosis Surveillance Report der WHO zwischen 2011 und 2015 von 11.652 Fällen auf 16.380 gestiegen. Dies liege vor allem an einer starken Zunahme von HIV/TB-Ko-Infektionen in Russland und der Ukraine. Die WHO schätzt, dass das Risiko einer TB-Infektion für HIV-Patienten zwischen 26- und 31-mal höher liegt als bei Menschen, die nicht mit dem HI-Virus infiziert sind. Zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen gehören auch Gefängnisinsassen: Das Risiko eines Tuberkulose-Rückfalls oder einer Neuinfektion sei bei Inhaftierten in Europa 24-mal höher als bei der durchschnittlichen Bevölkerung, so die Autoren des WHO-Reports.

Hinzu kommt "die alarmierend hohe Zahl von Fällen in osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern, in denen der Tuberkuloseerreger multiresistent war", wie es im WHO-Report heißt. Insgesamt entwickelten 480.000 Patienten mit einer Tuberkulose-Infektion im Jahr 2015 eine multiresistente Tuberkulose. Diese beiden Faktoren bedrohen das Ziel der Vereinten Nationen, die Tuberkulose in den nächsten Jahren einzudämmen. Die WHO schätzt, dass von den 27.000 Menschen, die sich 2015 mit HIV und TB infizierten, ein Drittel nicht diagnostiziert wurde. Umso wichtiger sei es, HIV-Patienten auf Tuberkulose und Tuberkulose-Infizierte auf HIV zu testen und die Patienten bei einem positiven Test schnell zu behandeln, mahnt die WHO. (bae)

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