Ärzte Zeitung, 20.01.2004

WAS KOLLEGEN SAGEN

Ambulante Malaria-Diagnostik ist verschlechtert worden

Hat ein Patient nach einer Tropenreise Fieber, sollte man an Malaria denken, hat die "Ärzte Zeitung" am 20. 10. berichtet. Dies ist wichtig, sagt Dr. Manfred Peters. Aber das Problem beginnt bei der Diagnostik.

Von Dr. Manfred peters

Die Aussage, daß bei jedem Fieber nach einem Tropenaufenthalt an eine Malaria gedacht werden soll, ist sehr sinnvoll. Das Problem setzt aber bei der Diagnose ein. Tropenkliniken oder Tropenmedizinische Ambulanzen gibt es nicht in jedem Bundesland in Deutschland. Es gibt aber über 200 niedergelassene Tropenmediziner in Deutschland und noch mehr niedergelassene Ärzte, die sich in Kursen über Reisemedizin und Tropenmedizin weitergebildet haben.

Diese Ärzte können auch ambulant eine Malaria-Diagnose stellen. Seit dem 1. Januar 2003 können bestimmte Laborleistungen aus dem O III Bereich wie die Malaria-Diagnostik nicht mehr von hausärztlichen Internisten, Allgemeinmedizinern und Praktikern abgerechnet werden. Dies trifft auch für die meisten niedergelassenen Tropenmediziner zu, die meist als hausärztliche Internisten oder Allgemeinmediziner niedergelassen sind.

Alle diese qualifizierten Tropenmediziner können die ambulante Malaria-Diagnostik in ihrer Praxis nicht mehr machen. Dadurch ist in Deutschland die Diagnostik von Tropenkrankheiten außerhalb der Kliniken erheblich verschlechtert worden. Es muß damit gerechnet werden, daß Patienten mit Malaria verspätet eine Diagnostik bekommen.

Da die Diagnose der Malaria tropica in Stunden gestellt werden muß, kann kein Blutausstrich in ein entferntes Tropeninstitut geschickt werden. Hier hilft nur die Einweisung der Patienten in Akutkrankenhäuser der Regelversorgung, die alle in der Lage sein müssen, jederzeit eine Malaria-Diagnose zu stellen.

Dr. Manfred Peters ist niedergelassener Internist und Tropenmediziner in Hamburg

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