Ärzte Zeitung, 26.05.2004

WHO bestätigt Ausbruch von Ebola-Fieber im Südsudan

Kein neuer Erregertyp / Letalität von 50 bis 90 Prozent

NEU-ISENBURG (ug). Die Zahl der Ebola-Toten im Südsudan ist auf fünf gestiegen. Ein weiterer Patient sei an der Virusinfektion gestorben, sagte gestern laut dpa der Sprecher der WHO, Dick Thompson, in Genf. Weiterhin sei von 19 Menschen bekannt, daß sie infiziert sind.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Ebola-Viren. Sie gehören wie die Marburg-Viren zu den Filoviren. Foto: dpa

Mit großer Wahrscheinlichkeit stehe inzwischen fest, daß es sich, anders als zuvor angenommen, nicht um einen neuen Erregertyp handele. Die ersten Informationen dazu seien falsch gewesen, sagte Thomson. Der Ausbruch sei durch das Frühwarnsystem am 9. Mai entdeckt worden.

Ebola-Fieber - das verbreitet sofort Schrecken. Was ist das für eine Krankheit? Das Ebola-hämorrhagische Fieber ist eine seltene Krankheit mit hoher Letalität, die in Zentralafrika vorkommt. Erreger ist ein Filovirus. Über das Erreger-Reservoir ist kaum etwas bekannt.

Nach einer Inkubationszeit von etwa sieben Tagen setzen abrupt Kopfschmerzen, schweres Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, hohes Fieber, Bauchschmerzen und Lethargie ein, heißt es bei TravelMED. Viele Patienten sterben in der zweiten Krankheitswoche unter massiven Blutungen im Volumenmangel-Schock.

50 bis 90 Prozent der Patienten sterben laut WHO. Es gibt weder eine spezifische Therapie noch eine Impfung. Durch Tröpfcheninfektion wird die Krankheit übertragen. Gefährdet sind deshalb besonders Krankenhaus-Personal und Entwicklungshelfer.

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