Ärzte Zeitung, 22.07.2004

Milzbrand bei Schimpansen

Erstmals Anthrax im Regenwald / Gefahr für Menschen

LONDON/BERLIN (dpa). Viele wild lebende Schimpansen im Tai National Park (Elfenbeinküste) sind an Milzbrand gestorben, haben Berliner Forscher vom Robert-Koch-Institut und vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden. "Anthrax stellt nicht nur für die vom Aussterben bedrohten Affen, sondern auch für Menschen eine Gefahr dar", so Fabian Leendertz und Heinz Ellerbrok ("Nature" 430, 2004, 451).

"Anthrax ist in wild lebenden Primaten des tropischen Regenwalds zu finden, also in einem Lebensraum, der vorher nicht als Reservoir für Anthrax bekannt war." Die infizierten Tiere in drei frei lebenden Populationen zeigten die typischen Krankheitssymptome wie Erbrechen und Fieber. Sie erlitten eine Blutvergiftung und starben innerhalb weniger Stunden. Bislang ist unklar, wie die afrikanischen Schimpansen sich infiziert haben.

Normalerweise sind bloß Wiederkäuer direkt von Anthrax betroffen. Andere Säugetiere - auch Menschen - können sich jedoch durch den Verzehr von belastetem Fleisch oder das Einatmen der Sporen anstecken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »