Selen hilft, die Sterblichkeit von Sepsis-Patienten zu senken

FELLBACH (ple). Schwerkranke Patienten mit Sepsis können von einer Selen-Therapie profitieren. In ersten Studien ließ sich bei den Patienten die Mortalität von 80 auf 30 Prozent senken. Derzeit läuft eine große randomisierte Studie dazu.

Veröffentlicht:

In Deutschland haben etwa 300 Menschen pro 100 000 Einwohnern eine schwere Sepsis. In den vergangenen Jahren hat sich die Sterblichkeit bei Sepsis-Patienten nicht wesentlich verändert, wie Professor Roland Gärtner von der Uni-Klinik München sagt. Sie liegt noch immer im Mittel bei 50 Prozent. Auch die moderne Antibiotikatherapie habe darauf keinen wesentlichen Einfluß gehabt, so der Endokrinologe bei einer Tagung des Unternehmens Biosyn in Fellbach bei Stuttgart. Anlaß der Tagung war der 20. Jahrestag der Firmengründung.

Der Selenspiegel ist bei Sepsis deutlich verringert mit der Folge, daß die Aktivität des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase ebenfalls vermindert ist. Die ermutigenden Ergebnisse erster placebokontrollierter Studien mit Natrium-Selenit - von dem Unternehmen als Selenase® angeboten - seien Anlaß für eine multizentrische, randomisierte Studie bei Patienten mit schwerer Sepsis gewesen, sagte Gärtner. In der Studie erhalten 230 Patienten 1000 Mikrogramm Natrium-Selenit als Bolus und dann 1000 Mikrogramm pro Tag für 14 Tage oder Placebo, und zwar zusätzlich zu der üblichen intensivmedizinischen Therapie.

Nach Angaben von Gärtner konnte den Ergebnissen einer Zwischenauswertung der Daten von 120 Patienten die Mortalität um zwölf Prozent gesenkt werden. Die Endauswertung soll in wenigen Monaten vorliegen.

Wie Professor Konrad Reinhart aus Jena berichtete, hat die Sepsis noch immer nicht die gleiche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wie Krebs und Aids. Um die Sepsis-Häufigkeit und die Sterblichkeit bei Sepsis zu senken und die Öffentlichkeit mehr für diese Krankheit zu sensibilisieren, wurde 2001 die Deutsche Sepsis-Gesellschaft gegründet. In Zusammenarbeit mit internationalen Initiativen wie die Surviving Sepsis Campaign wollen die Intensivmediziner innerhalb von fünf Jahren die Letalität bei Sepsis um 25 Prozent senken. Um valide Aussagen zum Effekt der Sepsistherapie machen zu können, seien Studien mit bis zu 2000 Patienten erforderlich.

Weitere Informationen im Internet unter www.sepsis-gesellschaft.de und www.kompetenznetz-sepsis.de/

Mehr zum Thema

Vernarbung und Fibrosierung

Interstitielle Lungenerkrankung: Die Nachwehen von COVID-19

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe