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Atemwegsinfekte werden offenbar immer häufiger verschleppt

GRÜNWALD (sto). Nach Einschätzung von Ärzten sind im ersten Halbjahr 2004 nach Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes bundesweit etwa zehn Prozent weniger Patienten in die Praxen gekommen. Offenbar greifen viele Kranke zum Beispiel bei Atemwegsinfektionen zunächst über längere Zeit zu Hausmitteln, um die Praxisgebühr zu sparen.

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Diese Ergebnisse einer im Auftrag von Aventis im dritten Quartal 2004 vorgenommenen Umfrage unter 500 Allgemeinmedizinern sind jetzt bei den Grünwalder Gesprächen vorgestellt worden. Nach Einschätzung der Befragten hatten im ersten Halbjahr 2004 etwa 40 Prozent der Patienten mit Atemwegsinfektionen eine ausgeprägtere Symptomatik als im Jahr davor, wie Dr. Johannes Knollmeyer vom Unternehmen Sanofi-Aventis berichtet hat.

Als typisch dafür wurden verschleppte Infekte, schlechter körperlicher Zustand, häufig hohes Fieber, oft Bronchitis sowie akute Atemnot genannt, sagte Knollmeyer bei der vom Unternehmen unterstützten Veranstaltung.

Etwa 52 Prozent der befragten Ärzte gaben an, daß nach ihrem Eindruck der Anteil der Patienten mit Atemwegsinfektionen, die den Arztbesuch hinausgezögert und damit die Symptomatik verschleppt haben, zugenommen habe. Und 73 Prozent der Ärzte gaben an, daß die Neigung der Patienten, ihre Atemwegsinfektionen mit Hausmitteln, OTC-Präparaten oder mit Restbeständen aus der Hausapotheke zu kurieren, gewachsen sei.

Dieser Trend schlägt sich nach Knollmeyers Angaben auch in den Verordnungen von Antibiotika nieder. So seien Standard-Antibiotika bei Atemwegsinfektionen in den ersten drei Quartalen 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seltener verordnet worden. Bei einigen modernen Breitbandantibiotika habe es hingegen Zuwächse gegeben. So sei Tavanic® als Fluorchinolon der Gruppe III in dieser Zeit insgesamt 47 Prozent häufiger als im Vorjahreszeitraum verordnet worden.

Diese Entwicklung bei den Verordnungen werde möglicherweise auch durch die Veränderung der Arzneimittelpreisverordnung begünstigt, so Knollmeyer. So sind durch die Einführung eines einheitlichen Apothekenzuschlags von 8,10 Euro pro Medikament preisgünstige Antibiotika teurer geworden. Die Tagestherapiekosten von 4,94 Euro bei Tavanic® (Apothekenverkaufspreis) seien dagegen nun vergleichsweise günstig.

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