Ärzte Zeitung, 11.05.2005

Lymphogranuloma gehäuft bei Männern

Infektion mit Chlamydien bei Männern, die Sex mit Männern haben / Ärzte sollen Fälle melden

LONDON (ple). Die Zahl der Meldungen von Männern mit Lymphogranuloma venereum, eine durch Chlamydien übertragene Geschlechtskrankheit, ist in einigen Großstädten Europas sprunghaft gestiegen. Erste Erkrankungen in Deutschland wurden in Hamburg gemeldet.

An der Geschlechtskrankheit, die durch Chlamydia trachomatis Serovar L ausgelöst wird, erkranken Frauen und Männer vor allem in wenig entwickelten Ländern wie in Südost-Asien, Afrika und Südamerika. Die Infizierten haben unter anderem Geschwüre in der Leistengegend und im Analbereich. Der jetzt festgestellte sprunghafte Anstieg der Inzidenz in Großstädten der EU ist ungewöhnlich.

In Deutschland ist inzwischen dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge die Diagnose mindestens bei 24 Infizierten gesichert. Erstmals wurde die Erkrankung bei einem Patienten in Ulm und bei mehreren Patienten in Hamburg diagnostiziert. Das RKI geht davon aus, daß es weitere Erkrankte gibt, die aber noch nicht entdeckt wurden. Diagnosen und Verdachtsfälle sollten Ärzte dem RKI melden.

Auch in anderen EU-Städten wurde die Erkrankung bei Homosexuellen diagnostiziert, allein im Januar 2005 in London bei 24. Wie Infektiologen berichten, ähnelt sich die Verteilung, wie sie in anderen EU-Ländern beobachtet wurde (Sex Transm Infect 81, 2005, 97): Alle 19 Infizierten mit bestätigter Diagnose waren Männer, die Sex mit Männern haben; 17 waren zudem HIV-positiv. Fünf von ihnen gaben an, sich auf dem EU-Festland angesteckt zu haben, zehn in Großbritannien. Bis Mai wurde dort das Lymphogranuloma bei mindestens 35 Menschen diagnostiziert.

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Geschlechtskrankheiten bei Homosexuellen nehmen zu

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