Ärzte Zeitung, 30.06.2005

Malaria-Inzidenz bei uns auf Rekord-Tief

Robert-Koch-Institut zu Reise-Infektionen / Dengue-Fieber häufig aus Lateinamerika

BERLIN (ug). Die Zahl der Neu-Infektionen an Malaria war im vergangenen Jahr so niedrig wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Das teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin im gerade veröffentlichten "Infektionsepidemiologischen Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2004" mit.

707 Patienten mit Malaria (77 Prozent davon mit Malaria tropica) wurden dem RKI im letzten Jahr gemeldet, das sind 113 weniger als 2003. Zwei Patienten sind gestorben, 2003 waren es fünf. 87 Prozent der Patienten haben sich in Afrika infiziert, vor allem in Ghana, Nigeria, Kamerun und Kenia.

Eine interessante Entwicklung gibt es beim Dengue-Fieber, das seit 2001 meldepflichtig ist. 121 Infizierte registrierte das RKI 2004. 21 Patienten hatten sich in Thailand und zwölf in Indien infiziert. Jedoch wurde im Vergleich zu den Vorjahren ein größerer Anteil der Infektionen außerhalb Asiens erworben: 30 Prozent der Patienten nannten mittel- oder südamerikanische Länder als Infektionsort und 14 Prozent afrikanische Staaten, vor allem die Seychellen. Darauf sollte man Reisende in der Beratung hinweisen.

Einen Anstieg um 41 Prozent gab es bei Hepatitis A: 1932 Erkrankungen verglichen mit 1368 im Jahr 2003. 44 Prozent der Infizierten haben sich im Ausland angesteckt: 306 in Ägypten, 132 in der Türkei, 22 in Spanien und 15 in Italien. Für Mittelmeer-Touristen ist die Impfung also unerläßlich.

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