Ärzte Zeitung, 03.07.2006

PCR-Test weist Erreger der Sepsis rasch nach

Die 25 wichtigsten Sepsiskeime werden in sechs Stunden identifiziert / Spezifische Therapie kann schnell beginnen

BUDAPEST (djb). Zur Routinediagnostik bei Sepsis und raschen Identifikation der Erreger gibt es seit diesem Jahr den LightCycler® SeptiFast Test. Der PCR-Test ermöglicht die Identifikation der 25 wichtigsten Sepsiskeime per DNS-Nachweis in nur sechs Stunden.

Für den Beginn einer gezielten Sepsis-Therapie zählt jede Minute, da die Blutinfektion rasch zu septischem Schock und Organversagen führen kann. Daran erinnerte Professor Vladimir Palicka von der Universität in Hradec Kralove in Tschechien. Die hohe Sepsis-Mortalität kann durch eine frühzeitige adäquate Antibiose gesenkt werden. An schwerer Sepsis sterben weltweit etwa 1400 Menschen täglich.

    An Sepsis sterben täglich weltweit 1400 Patienten.
   

Mit dem Spezial-Test lassen sich die 25 Erreger (grampositive und -negative Bakterien, Pilze) aufspüren und identifizieren, die etwa 90 Prozent aller Sepsis-Fälle verursachen. Dazu genügen 3 ml Vollblut, und der Test dauert weniger als sechs Stunden. Mit Blutkulturen hat man einen solchen Befund erst nach zwei bis fünf Tagen, bei Pilzen sogar erst nach bis zu acht Tagen, so Palicka bei der vom Unternehmen Roche Diagnostics initiierten Veranstaltung in Budapest.

Weitere Vorteile des: Bakterien sind auch noch nach Therapie mit einem Antibiotikum nachzuweisen. Und auch schwer anzüchtbare Pilze wie Aspergillus fumigatus oder Candida-Spezies lassen sich schnell und eindeutig identifizieren. Selbst mehrere Keime als Infektionsursache werden rasch erkannt. In der SeptiFast-Beta-Studie war die Rate positiver Befunde mit dem Test zwei- bis dreimal so hoch wie mit der Blutkultur.

Die diagnostische Spezifität des Test beträgt 99 Prozent. Für die Studie wurden Proben von 114 Intensivpatienten ohne Verdacht auf Infektionen in der Blutbahn ausgewertet. Palicka ist überzeugt, daß der neue Test die Sterblichkeit an Sepsis senken wird. Denn der Test ermöglicht es, die Therapie mit einem spezifischen Wirkstoff früher zu beginnen als bislang.

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