Ärzte Zeitung, 19.07.2006

50jährige sterben an Windpocken

Immunsupprimierte Patienten brauchen besonderen Schutz / Meldung des RKI

BERLIN (eis). Windpocken können bei immungeschwächten Erwachsenen sehr schwer verlaufen, warnt das Robert-Koch-Institut (RKI). Anlaß sind zwei tödliche Verläufe bei über 50jährigen. Immunsupprimierte sollten nach Kontakt mit Windpockenkranken Immunglobuline bekommen.

Die beiden Patienten galten vor den Windpocken als gesund, berichtet das RKI (Epi Bull 25, 2006, 191). Die eine davon, eine 53jährige, war wegen einer Panzytopenie in eine onkologische Klinik gekommen und hatte dort das Exanthem entwickelt.

Trotz intensivmedizinischer Versorgung sowie Therapie mit Aciclovir und Varizella-zoster-Immunglobulin starb sie binnen drei Tagen. Post mortem wurde eine akute myeloische Leukämie diagnostiziert.

Der andere 50jährige Patient war mit dem Exanthem in die Klinik gekommen und trotz Therapie mit Aciclovir, Antibiotika und Protein C an Sepsis gestorben.

Das RKI rät, Erwachsene mit Varizellen intensiv zu betreuen und gegebenenfalls eine frühe virostatische Therapie zu erwägen. Kommen empfängliche Immunsupprimierte (keine Windpocken in der Anamnese, keine Impfung) in Kontakt mit Windpocken, dann sollten sie binnen 96 Stunden Immunglobuline kriegen.

Kommen Familienmitglieder von Risikopersonen in Kontakt mit Windpocken, sollten sie binnen fünf Tagen geimpft werden und sich in der Inkubationszeit (28 Tage) von Immunsupprimierten fernhalten.

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