Ärzte Zeitung, 13.10.2006

KOMMENTAR

Gut gewappnet gegen Seuchen

Von Peter Leiner

Der westafrikanische Arzt, der sich in seinem Heimatland mit Lassa-Viren infiziert hatte, war bereits so schwer erkrankt, daß er ins künstliche Koma versetzt werden mußte, als er in der Frankfurter Uniklinik aufgenommen wurde.

Anders als bei einer im Jahr 2000 in Deutschland gestorbenen Lassa-Patientin ist es den Infektiologen und Intensivmedizinern in Frankfurt gelungen, den erkrankten afrikanischen Arzt zu retten. Der Patient schwebte bereits in Lebensgefahr, weil er ein Organversagen hatte.

Daß es dem Frankfurter Team um Professor Reinhard Brodt gelungen ist, erstmals in Europa einem an hochkontagiösen Lassa-Fieber bereits schwer erkrankten Patienten das Leben zu retten, zeugt von einem hohen Qualitätsstandard auf der Isolier- und Intensivstation der Klinik.

Um Ausbreitungen von gefährlichen Viruserkrankungen wie Lassa zu verhindern, sind solche Einrichtungen vor allem in Ballungsgebieten unerläßlich. Denn durch die verstärkte Reiselust wird der Patient in Frankfurt nicht der letzte mit Lassa oder einer anderen hochansteckenden Krankheit gewesen sein. Gut zu wissen, daß es in Deutschland so gut vorbereitete Isolierstationen wie in Frankfurt gibt.

Lesen Sie dazu auch:
Lassa-Patient verläßt Klinik nach fast drei Monaten

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »