Ärzte Zeitung, 30.01.2007

Viren verstärken Behandlung mit Antibiotika

WIEN (ple). Bakterielle Infektionen lassen sich möglicherweise mit Viren, die spezifisch die Keime befallen, besser in den Griff bekommen als ausschließlich mit einem Antibiotikum.

Seit Jahrzehnten versuchen Forscher weltweit, das bakterizide Potenzial der Bakteriophagen therapeutisch zu nutzen. Dass Phagen dazu geeignet sind, bestätigen jetzt Ergebnisse von Versuchen, in denen Mäuse mit Pseudomonas aeruginosa infiziert wurden (Microb Drug Resist 12 / 3, 2006, 164).

Wurden die Tiere einer letalen Pseudomonas-Menge ausgesetzt, überlebten 16 von 20 Tieren, die zusätzlich zum niedrigdosierten Antibiotikum Gentamycin auch mit Phagen behandelt wurden. Alle Tiere ohne Phagentherapie starben innerhalb von 48 Stunden, wie die Arbeitsgruppe um Dr. Steven Hagens vom Biocenter der Uni Wien berichtet. Ihrer Ansicht nach könnten von einer kombinierten Bakteriophagentherapie vor allem Patienten mit Lebensmittelvergiftung profitieren.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Ungenutztes Potenzial

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »