Ärzte Zeitung, 03.04.2007

WHO fordert besseren Schutz vor Epidemien

SINGAPUR/NEW YORK (dpa). Krankheiten und Epidemien bedrohen mehr Menschen gleichzeitig als je zuvor, warnt die WHO.

Das Risiko durch lebensbedrohende und länderübergreifende Ausbrüche könne nur durch engere Zusammenarbeit aller Länder im Griff behalten werden, sagte die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen, Margaret Chan, am Montag in Singapur. UN- Generalsekretär Ban Ki Moon betonte in New York: "Die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit kennt keine Grenzen."

Chan forderte die reichen Länder auf, in ihrem eigenen Interesse mehr in Infrastruktur im Gesundheitsbereich und Ausbildung von medizinischem Personal in Entwicklungsländern zu investieren. Der beste Schutz vor dem Ausbruch von Epidemien liege in der schnellen Lokalisierung und Bekämpfung vor Ort. "Die nächste Epidemie kommt bestimmt", warnte die WHO-Chefin im Vorfeld des Weltgesundheitstages am 7. April. "Niemand weiß wann, niemand weiß, wie schlimm es wird. Aber wer sich heute vorbereitet, wird weniger Schaden davontragen."

Dank der verbesserten internationalen Gesundheitsbestimmungen, die im Juni in Kraft treten, könne die WHO künftig auch ohne offizielle Einwilligung von Regierungen Krankheitsausbrüche prüfen, so Chan.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »