Ärzte Zeitung, 11.04.2007

Auch für Erwachsene gilt offenbar: Raus mit den eitrigen Mandeln!

Op bei rezidivierender Streptokokken-Pharyngitis

OULU (Rö/gwa). Sollen Kollegen bei eiternden Rachenmandeln abwarten? Oder ist die Strategie "Raus damit" besser? Das wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt haben HNO-Ärzte aus Finnland neue Daten zur richtigen Therapie bei Erwachsenen mit rezidivierenden Streptokokken-Pharyngitiden geliefert. Ihr Fazit: Raus mit den Eiter-Tonsillen ist besser!

70 Erwachsene mit rezidivierenden Streptokokken-Pharyngitiden wurden per Zufallsprinzip entweder operiert oder auf eine Op-Warteliste gesetzt.

Nach drei Monaten zogen Dr. Olli-Pekka Alho von der Universitätsklinik von Oulu in Finnland und seine Kollegen Bilanz: Von den 34 Patienten auf der Warteliste hatten acht eine Streptokokken-Pharyngitis bekommen (24 Prozent). In der Tonsillektomie-Gruppe war nur einer von 36 betroffen (drei Prozent). Das heißt: Fünf Erwachsene mussten operiert werden, um eine erneute Streptokokken-Pharyngitis zu verhindern. Das werteten die Kollegen als Erfolg.

Ein weiterer Nutzen der Op: In der Beobachtungszeit hatten die Patienten der Op-Gruppe signifikant weniger erneute Pharyngitiden durch andere Keime sowie weniger Tage mit Halsschmerzen und Fieber.

Die häufigste Komplikation nach der Operation waren Halsschmerzen. Sie dauerten im Mittel 13 Tage. Nur bei zwei Patienten kam es knapp zwei Wochen nach der Operation zu einer leichten Nachblutung ("British Medical Journal" online vorab).

Fazit der Finnen: Die Tonsillektomie ist eine gute und auch sichere Option bei Erwachsenen, um weiteren Streptokokken-Pharyngitiden vorzubeugen.

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