Ärzte Zeitung, 14.05.2007

Bei schwerem Infekt nach Tropenreise fragen!

Malaria-Infektionen werden heute früher erkannt

MÜNCHEN (wst). Wer von einer Reise zurückkehrt und heute mit unklaren Infektsymptomen in die Praxis kommt, könnte vorgestern noch durch den Dschungel getreckt sein. Das Spektrum möglicher Infektursachen ist deshalb groß.

Hausärzte müssen zwar nicht jede exotische Infektionskrankheit erkennen, aber sie sollten bei schweren Infektionen immer auch an Tropenkrankheiten denken. Und: Sie sollten die Patienten fragen, ob sie in den vergangenen Monaten in exotischen Ländern waren. So sei jedes Fieber bei Rückkehrern aus Malariagebieten bis zum Beweis des Gegenteils als Malaria zu werten und sollte sofort abgeklärt werden, sagte Professor Thomas Löscher vom Tropeninstitut der Uni München.

In der Versorgung Malaria-Kranker hat sich Löscher zufolge in den vergangenen Jahren einiges gebessert: Die Sterberate bei Malaria aufgrund einer zu späten Diagnose und Therapie sei von drei auf ein Prozent gesunken, so der Wissenschaftler auf einer Fortbildungsveranstaltung des Tropeninstituts der Uni München.

Dr. Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr machte auf serologische Kreuzreaktionen zwischen einheimischen und tropischen Viren aufmerksam. So können etwa Infektionen mit den Erregern von FSME, Gelbfieber, Dengue und West-Nil-Fieber mit den verfügbaren Bluttests nicht voneinander abgegrenzt werden. Um Klarheit zu schaffen, bedarf es direkter Virusnachweise oder spezieller Untersuchungsmethoden. Bei begründetem Verdacht auf eine importierte Infektion sollten die Patienten daher zum Facharzt überwiesen werden.

Eine Liste reisemedizinisch fortgebildeter Ärzte, an die Patienten mit Verdacht auf eine Tropenkrankheit überwiesen werden können, bietet das Forum Reisen und Medizin unter www.frm-web.de

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