Ärzte Zeitung, 29.02.2008

Organempfänger starben an neuem Virus

Durch Organe eines Spenders wurden drei Empfänger mit Arenavirus infiziert

NEW YORK (gvh). Ein neu entdecktes Virus hat drei Personen nach Organtransplantation getötet. Das Virus zählt zu den Arenaviren, die hauptsächlich durch den Urin von Nagetieren übertragen werden.

Die drei Patienten hatten alle Organe desselben Spenders erhalten. Kurz nach der Transplantation erkrankten sie an einer fieberhaften Infektion und starben nach 4 bis 6 Wochen. Analysen auf bekannte Pathogene hatten keine Ergebnisse ergeben. Der Spender selbst war an einer Hirnblutung gestorben. Serologische Analysen und PCR-Untersuchungen hatten keine Hinweise auf eine Infektion beim Spender ergeben, berichten Dr. Gustavo Palacios und seine Kollegen aus New York (NEJM online).

Um den Erreger zu identifizieren, isolierten und sequenzierten die Ärzte RNA aus Gewebeproben der Organempfänger. Die Sequenzen zeigten eine Übereinstimmung mit Sequenzen von Arenaviren. Anschließend wurde das neue Arenavirus durch Kultur, Elektronenmikroskopie und spezifische immunohistologische sowie durch serologische Tests bestätigt.

Obwohl keine virale Nukleinsäure beim Spender gefunden werden konnte, bestätigte der Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern gegen das Virus eine kürzliche Infektion. Es konnte nicht geklärt werden, ob der Spender vor seinem Tod mit Nagetieren in Kontakt kam.

Das neu entdeckte Arenavirus ist dem Lymphozytären Choriomeningitis-Virus (LCMV) ähnlich. Eine Infektion mit Arenaviren, wie mit LCMV, verläuft normalerweise asymptomatisch. Folgenschwere Infektionen mit LCMV nach Organtransplantationen sind in der Vergangenheit aber schon öfter bekannt geworden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »