Ärzte Zeitung, 27.03.2008

Sars-verwandte Viren in Fledermäusen

BONN/HAMBURG (mut). Ein deutsches Forscherteam hat erstmals auch in einheimischen Fledermäusen Coronaviren entdeckt. Die Viren sind mit dem Sars-Erreger verwandt. Die Entdeckung stützt die Hypothese, dass das Sars-Virus ursprünglich von Fledermäusen stammt.

Coronaviren sind damit möglicherweise weltweit bei Fledermäusen verbreitet. Zuvor hatten Wissenschaftler solche Viren schon bei Fledermäusen in China entdeckt. Die dort nachgewiesenen Coronaviren waren zum Teil sehr eng mit dem Sars-Virus verwandt. In China kam es 2003 erstmals zu einem Ausbruch der Lungenkrankheit Sars.

Die nun in Deutschland gefundenen Viren sind mit dem gefährlichen Sars-Erreger nur entfernt verwandt, von ihnen geht nach Aussage der Forscher keine Gefahr für Menschen aus. Entdeckt wurden die Viren von einem Team aus Biologen und Medizinern des Noctalis-Fledermaus-Zentrums Bad Segeberg, des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg und des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Bonn wie in der April-Ausgabe der Zeitschrift "Emerging Infectious Diseases"berichtet wird.

Die Forscher hatten den Kot von 315 Fledermäusen von sieben Arten auf Coronaviren im Kot getestet. Dabei wurden bei knapp zehn Prozent der Tiere Gruppe-I-Coronaviren nachgewiesen. Der Erreger von Sars zählt zu den Gruppe-II-Coronaviren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »