Ärzte Zeitung, 03.04.2009

Neuer Malaria-Erreger beim Menschen

Ein von Affen bekannter Malaria-Erreger wird zunehmend von schwer kranken Menschen isoliert.Bis vor kurzem ging man von vier humanpathogenen Malaria-Erregern aus: Plasmodium falciparum, P. vivax, P. ovale und P. malariae. Seit einigen Monaten häufen sich nun aus Südostasien Meldungen über einen fünften Erreger der Malaria bei Menschen: Plasmodium knowlesi.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Bis vor kurzem ging man von vier humanpathogenen Malaria-Erregern aus: Plasmodium falciparum, P. vivax, P. ovale und P. malariae. Seit einigen Monaten häufen sich nun aus Südostasien Meldungen über einen fünften Erreger der Malaria bei Menschen: Plasmodium knowlesi. Dieses Plasmodium verursacht üblicherweise Malaria bei Javaneraffen und Schweinsaffen, Erkrankungen von Menschen wurden seit 1965 nur in Einzelfällen beschrieben.

Seit 2002 wurde zunächst in Malaysia eine steigende Zahl von Malaria-quartana-Fällen mit untypisch schwerem, in manchen Fällen tödli-chem Verlauf und ungewöhnlich hoher Parasitämie-Rate bei Menschen beobachtet. Nach zusätzlich zur mi-kroskopischen Diagnostik vorgenommenen PCR-Tests stellte sich heraus, dass es sich hierbei um Infektionen mit Plasmodium knowlesi handelte. Aktuell wurde nun auch über eine durch P. knowlesi verursachte Malaria bei einer amerikanischen Touristin, die sich auf Palawan, einer Insel im Südwesten der Philippinen aufgehalten hatte, berichtet. Plasmodium knowlesi unterscheidet sich lichtmikroskopisch praktisch nicht von P. malariae.

Eine Differenzierung ist nur durch eine PCR möglich. Der schwere Krankheitsverlauf wird durch die sehr kurze Replikationszeit von nur 24 Stunden und die dadurch bedingte hohe Parasitämie erklärt. Malaria-Erkrankungen bei Menschen durch Plasmodium knowlesi wurden inzwischen in waldigen Gegenden von Sarawak (Borneo), Singapur, den Philippinen, Malaysia, Yunnan (China) und dem Grenzgebiet von Thailand und Myanmar registriert. Die einzige Möglichkeit der Prävention ist ein optimaler Mückenschutz. Die Chemoprophylaxe wirkt gegen Plasmodium knowlesi nicht.

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