Ärzte Zeitung, 08.10.2009

Infektionskrankheiten: Bald großes Thema in Berlin

Auf die Prävention von Infektionskrankheiten und die Therapie Betroffener setzt das 2. Nationale Innovationsforum Medizin seinen Fokus. Dabei geht es auch um Stand und Perspektiven bei der Impfstoffentwicklung gegen HIV.

BERLIN (eb). Erst vor wenigen Tagen ist das Thema "Impfung gegen HIV" breit in den Medien gewesen. Denn nach jahrelangen Misserfolgen bei der Suche nach einer Vakzine gegen HIV hat sich jetzt zum ersten Mal überhaupt ein Impfstoff als wirksam erwiesen.

In der thailändischen Studie mit 16 000 Teilnehmern war die Wirksamkeit der Vakzine zwar moderat: Die Infektionsrate war in der Verumgruppe nur um ein Drittel geringer als in der Placebogruppe. Die Studienergebnisse bieten dennoch einen Hoffnungsschimmer und könnten die Forschung zu HIV-Impfstoffen beflügeln. "Nachdem wir wissen, dass eine Impfung möglich ist, könnte wieder neue Zuversicht entstehen.

Das dürfte sich auch positiv auf die finanzielle Ausstattung der Impfstoffforschung niederschlagen", so die Prognose von Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Stand und Perspektiven der Impfstoffentwicklung gegen HIV - darüber wird in Kürze auch Professor Klaus Überla, Leiter der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum, beim 2. Nationalen Innovationsforum Medizin in Berlin referieren.

Ebenfalls auf dem Kongressprogramm: eine Podiumsdiskussion "Infektionsprävention in der gesundheitspolitischen Arena" oder Vorträge etwa zu Influenza- und Pandemievorbereitung in Deutschland, zu Problemen durch Resistenzen oder zur Infektionsforschung in Deutschland.

"Aktuell führt uns die Pandemie des H1N1-Virus vor Augen, welche Rolle Infektionskrankheiten in unserer globalisierten Welt spielen können", schreibt Ulf Fink, Senator a.D. und Präsident des Kongresses in seinem Grußwort zum Innovationsforum. Das Nationale Innovationsforum Medizin biete Entscheidern aus Gesundheits- und Wissenschaftspolitik, Führungskräften aus Unternehmen, Verbänden, Kliniken sowie Experten aus Wissenschaft und Medizin die Möglichkeit des intensiven Austauschs.

Das 2. Nationale Innovationsforum Medizin findet am 5./6.11. in Berlin statt. Der Vortrag zu HIV-Impfstoffen steht dabei am 6.11. im Forum 3 (HIV/Aids; Beginn 13.30 Uhr) auf dem Programm. Gesamtkoordination des Kongresses: Gesundheitsstadt Berlin GmbH (www.gesundheitsstadt-berlin.de). Anmeldung zum Kongress: www.innovationsforum-medizin.de

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