Kongress, 12.04.2010

"Reisemedizinische Vorsorge bitte ernster nehmen!"

"Reisemedizinische Vorsorge bitte ernster nehmen!"

Männer und junge Menschen bleiben in Deutschland die Problemkinder in Sachen reisemedizinischer Vorsorge. Vor allem bei der Expositionsprophylaxe hapert es.

Darauf hat Privatdozent Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf hingewiesen. "Die Malaria beispielsweise betrifft bei uns in Deutschland zu zwei Dritteln Männer", so der Experte. Das liege nicht daran, dass Männer anfälliger für Malaria seien, sondern daran, dass sie häufiger als Frauen abends in inadäquater Bekleidung in Freiluftbars säßen.

"Es gibt keine guten Zahlen zur Inanspruchnahme der reisemedizinischen Vorsorge, aber wir haben schon den Eindruck, dass junge Rucksackreisende von den existierenden Beratungsangeboten weniger Gebrauch machen als ältere Reisende", so Jelinek. Um das zu verbessern, regte er unter anderen eine stärkere Kooperation reisemedizinischer Berater mit Outdoor-Läden an. Insgesamt sei in Deutschland bei den Ärzten vergleichsweise viel reisemedizinische Fachkompetenz vorhanden: "Wir haben derzeit 6000 bis 7000 Ärzte, die eine reisemedizinische Ausbildung durchlaufen haben."

Zu einem aktuellen reisemedizinischen Problem könnte sich Brasilien entwickeln, wo seit Jahresanfang 240 000 Dengue-Fieber-Erkrankungen registriert wurden. Das seien etwa 100 000 mehr als zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt. Als Folge der schweren Überschwemmungen der vergangenen Wochen dürften sich die Lebensbedingungen für die Mücken, die das Dengue-Fieber übertragen, noch verbessern. "Hier ist eine gute Beratung zur Expositionsprophylaxe extrem wichtig. Auch über Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen sollte informiert werden, um diese Gebiete wenn möglich zu meiden", so Jelinek. (gvg)

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