Impfaktionen: Polio ist fast weltweit auf dem Rückzug

Nach erfolgreichen Massenimpfungen in Afrika ist die Zahl der Polio-Neuerkrankungen in diesem Jahr rückläufig. Ein Wehrmutstropfen sind die Neuinfektionen in Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

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Polio-Impfung: In vielen Ländern ist die Erkrankung auf dem Rückzug.

Polio-Impfung: In vielen Ländern ist die Erkrankung auf dem Rückzug.

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BERLIN (mut). Die Zahl der weltweiten Polio-Erkrankungen ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Das berichten das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus Anlass des Welt-Polio-Tages, der am 28. Oktober stattfindet.

So wurden 2010 bislang 717 Erkrankungen gemeldet, im Vergleichszeitraum 2009 waren es 1165. Einer der Hauptgründe für den Rückgang ist eine Eindämmung von Polio-Erkrankungen in Nigeria durch eine Massenimpfung von Kindern. Gab es 2009 dort noch 382 Erkrankungen, wurden dieses Jahr nur noch acht registriert.

Ein Wermutstropfen: In Ländern der ehemaligen Sowjetunion kam es zu neuen Ausbrüchen. Schwerpunkt war dabei Tadschikistan mit 382 gemeldeten Polio-Patienten, 19 von ihnen starben. Das Virus wurde offenbar aus Indien eingeschleppt und hat sich inzwischen über Tadschikistan bis in die Russische Föderation und auch nach Turkmenistan und Kasachstan ausgebreitet.

In Indien selbst ist die Zahl der Erkrankten von 431 im Vorjahreszeitraum auf 39 in diesem Jahr zurückgegangen. Nationale Impfkampagnen in Tadschikistan und benachbarten Staaten haben nach Angaben des RKI dazu beigetragen, dass dort seit Anfang Juli keine Neuerkrankungen mehr gemeldet wurden.

Bei diesen Impfaktionen erhielten alle Kinder unter 15 Jahren einen monovalenten Lebendimpfstoff (Epid Bull 2010; 42: 411).

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