Ärzte Zeitung, 07.04.2011

Resistente Keime im Fokus vom Weltgesundheitstag

BERLIN (eb). "DART - Gemeinsam Antibiotikaresistenzen verhüten und bekämpfen" ist das Motto des heutigen Weltgesundheitstages in Deutschland.

"DART" steht für die "Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie", die im November 2008 gestartet worden ist. Die zentrale Veranstaltung wird heute in Berlin von der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) organisiert.

Die Behandlung von Patienten mit bakteriellen Infektionskrankheiten wird durch die Zunahme resistenter Erreger erschwert.

Beunruhigt ist das Robert Koch-Institut in Berlin über die Situation bei multiresistenten Erregern wie Methicillin-resistenten Staph. aureus (MRSA), Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) sowie Darmbakterien (Enterobacteriaceae) mit Antibiotika zerstörenden Enzymen wie Extended-Spectrum-ß-Lactamasen (ESBL) und Carbapenemasen (Epid Bull 2011; 13: 97).

Da eine weitere Zunahme resistenter Keime nicht auszuschließen ist, sind lokal, regional und national gezielte Gegenmaßnahmen notwendig. Genau hierfür wurde DART implementiert.

Im Rahmen der Strategie wurde das Projekt ARS (Antibiotika-Resistenz-Surveillance in Deutschland) entwickelt. Aktuell deckt die Surveillance etwa 10 Prozent der Krankenhäuser und über 3.000 Arztpraxen ab.

Außerdem wurde die Labormeldepflicht für den Nachweis von MRSA in Blut oder Liquor im Juli 2009 eingeführt. Weiter wurden regionale Netzwerke zur Verhütung und Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen gegründet. Schwerpunktthemen sind dabei:

  • der Antibiotikaverbrauch bei niedergelassenen Ärzten und dessen Auswirkung auf die Prävalenz von community-acquired MRSA,
  • die Übertragung der Ergebnisse des MRSA-Net auf die Situation bei ESBL, Clostridium (C.) difficile.
  • die Verwendung einer Software für die Versorgung von Patienten mit (multi-)resistenten Erregern.

www.weltgesundheitstag.de

Topics
Schlagworte
Infektionen (14263)
Organisationen
RKI (1839)
Krankheiten
Kontrazeption (995)
Wirkstoffe
Vancomycin (98)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »