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Lepra

Ziel der Ausrottung in weiter Ferne

Seit zehn Jahren gibt es keine Fortschritte bei Lepra mehr. Probleme gibt es besonders in Indien, Brasilien und Indonesien.

Veröffentlicht:

BERLIN. Jedes Jahr erkranken weltweit immer noch weit über 200.000 Menschen neu an Lepra.

Obwohl die Infektionen in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind, konnte das Ziel der WHO, die Lepra zu eliminieren, bisher nicht erreicht werden, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI) anlässlich des Welt-Lepra-Tags am 25. Januar (Epi Bull 2015; 2: 11).

Dank internationaler Bemühungen war die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Seit etwa zehn Jahren ist der Rückgang aber zu einem Stillstand gekommen.

Das könnte unter anderem daran liegen, dass weltweit die Mittel für Forschung und Prävention reduziert und infolgedessen Lepra-Programme zurückgefahren worden sind, kritisiert das RKI.

Lepra ist in Ländern mit entwickelter Gesundheitsversorgung nahezu ausgerottet, in Deutschland gilt die Krankheit als eradiziert.

Zudem gab es in den Jahren 2012 und 2013 bei uns nur sechs eingeschleppte Erkrankungen (aus Brasilien, Indien, Myanmar, Kenia und Äthiopien). Weltweit gibt es heute die meisten Infektionen in Indien, Brasilien und Indonesien.

Lepra ist vollständig heilbar. Wegen der Schädigungen von Nervenbahnen ist es wichtig, eine Erkrankung möglichst früh zu entdecken und Betroffene zu behandeln. Die Standardtherapie besteht seit 1981 aus drei Antibiotika: Rifampicin, Dapson und Clofazimin.

Auch nach Jahrzehnten gibt es keine nennenswerten Resistenzen. Die Kombination muss sechs Monate bei der paucibazilliären (tuberkuloiden) Lepra sowie zwölf Monate bei der schweren multibazilliären (lepromatösen) Lepra eingenommen werden.

Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. (eb)

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