Ärzte Zeitung, 29.03.2016

Rinderwahnsinn

Tote Kuh in Nordfrankreich war an BSE erkrankt

PARIS. Einen Fall von Rinderwahnsinn hat es in Frankreich gegeben. Der isolierte Fall habe keine Folgen für Verbraucher, teilte das Landwirtschaftsministerium in Paris mit. Eine Untersuchung im EU-BSE-Referenzlabor in Großbritannien bestätigte den Verdacht.

Die fünf Jahre alte Kuh starb in den Ardennen in Nordfrankreich. Laut Agrarministerium handelt es sich um den dritten BSE-Fall dieses Typs in Europa seit 2015. Die Ursache sei unklar, es gebe keinen Zusammenhang mit bekannten Verbreitungswegen.

Minister Stéphane Le Foll kündigte an, die EU-Behörden einzuschalten, um die Herkunft solcher Einzelfälle bei jungen Rindern besser zu verstehen. In dem betroffenen Betrieb sollen um die 100 Tiere der gleichen Alterskohorte geschlachtet und verbrannt werden.Bovine Spongiforme Enzephalopathie, kurz BSE oder umgangssprachlich Rinderwahn, hatte besonders Großbritannien in den 80er und 90er Jahren zu schaffen gemacht.

Es gab aber auch Fälle in Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie in den USA. Die Krankheit wurde damals durch die Verfütterung von Tiermehl verbreitet. Das Ministerium erläuterte, seit 2002 sei es nicht mehr möglich, dass kontaminiertes Tiermehl verfüttert wird. (dpa)

|
[29.03.2016, 19:25:40]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Dr. Horst Grünwoldt das mit der Übertragung ist bis heute nicht vollständig geklärt
Man nimmt auch eine Übertragung von Muttertier auf die Kälber (Embryo) an. Das "unheimliche" daran ist einmal die lange symptomfreie Latenz -
Rinder "erkranken" immer erst nach 56 Jahren.
Hinzu kommt die Schwierigkeit, diese "Prionen" zu desinfizieren.
Die überstehen bei einem vorher noch gereinigten Instrument sogar eine Dampf-Autoklav-Sterilisation!
Auch beim Menschen ohne Symptome soll Serum viele Jahre ansteckend sein,
weshalb man immer noch Kontaktpersonen als Blutspender ausschließt.
Bei der Krankheitszahl für Menschen haben wir rückblickend sicher Glück gehabt.
Es ist auch komplettes Neuland als "Infektionsmöglichkeit". zum Beitrag »
[29.03.2016, 13:49:55]
Dr. Horst Grünwoldt 
BSE
Da Rinder nicht am "Wahnsinn" erkranken können, sondern bei ihnen lediglich eine Form der Bovinen-Spongiformen-Enzephalitis post mortem festgestellt werden kann, sollte auch nicht die ganze wertvolle "Kohorte" von 100 Tieren im Stall des französischen Bauern ausgemerzt und verbrannt werden. Jedenfalls wurde in den 20 Jahren BSE-Forschung noch niemals eine Tier-zu-Tier-Übertragung der Nicht-Seuche festgestellt!
Gottlob heißt der Minister Le Foll, und nicht le fou! Denn, die Franzosen nennen ja -wie die engl. Bezeichung für BSE, "mad cows"- die Rinder mit neurologischen Ataxien als "les vaches folles" (die verrückten Kühe).
Insofern habe ich die kleine Hoffnung, daß der überhaupt nicht ansteckungs-verdächtige Rinderbestand durch unser FLI als Referenzlabor auf dem Riems, noch als "seuchen-unverdächtig" erklärt wird.
Ich bin demnach gespannt, wie unsere BSE-Experten vom Bundesinstitut für Tiergesundheit sich noch im Sinne des Tier- und Verbraucher-Schutzes einbringen werden...
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Tag 3 - Jetzt live vom Deutschen Ärztetag in Hamburg

Der Masterplan Medizinstudium 2020, die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge und die Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung stehen heute auf der Agenda. mehr »

So sieht der GOÄ-Fahrplan aus

Nach kontroverser Debatte hat der Ärztetag den BÄK-Vorstand erneut beauftragt, Verhandlungen zur GOÄ-Reform fortzusetzen. Einen Einblick in den Fahrplan gibt Dr. Reinhardt im Video-Interview. mehr »

Ärztetag fordert Eingriffe des Gesetzgebers

Der Deutsche Ärztetag zeigt sich mit den Ergebnissen des Pharmadialogs unzufrieden. Die freie Preisbildung für ein neues Medikament im ersten Jahr nach der Zulassung sollte gekippt, Marktrücknahmen erschwert werden. mehr »