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Indien-Touristen

Reisende importieren "Super-Keime"

Drei von vier Touristen, die von Indien in die Schweiz zurückkehrten, waren mit multiresistenten Keimen infiziert - darunter auch Colistin-resistente Stämme, die das mcr-1-Gen enthielten.

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BERN. Mikrobiologen am Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern haben Stuhlproben von 38 Personen aus der Schweiz vor und nach einer Indien-Reise im Jahr 2015 untersucht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Indien betrug 18 Tage, teilt die Universität Bern mit.

Die Studienteilnehmer besuchten häufig andere Länder in den zwölf Monaten vor ihrer Indien-Reise, litten dabei jedoch nie an Durchfall. Nach ihrer Rückkehr aus Indien hingegen litten 39 Prozent an Reise-Durchfall und zusätzlichen Symptomen. Antibiotika wurden jedoch keine eingenommen (Antimicrob Agents Chemother, online 13. Juni 2016).

Für die Schweizer Wissenschaftler überraschend war die hohe Rate entdeckter multiresistenter Darmbakterien: 76 Prozent der Reisenden kehrten mit multiresistenten Bakterienstämmen ("Super-Keimen") zurück.

"Noch schwerwiegender ist, dass elf Prozent der Reisenden in ihren Stuhlproben Colistin-resistente Stämme hatten, darunter auch solche, die das neue Plasmid-vermittelte mcr-1-Gen enthielten", wird Professor Andrea Endimiani, Hauptautorin der Studie, in der Mitteilung zitiert.

Das mcr-1-Gen konnte bereits in mehreren Studien in Colistin-resistenten Darmbakterien von Menschen, Nutztieren, in der Nahrungskette und auch in der Umwelt isoliert werden, heißt es in der Mitteilung.

Die meisten dieser Studien hatten jedoch dafür vorgängig gesammelte Proben untersucht. "Wir wollten nun herausfinden, wie es mit der aktuellen Verbreitung dieses Gens in multiresistenten Darmbakterien aussieht", erklärt Endimiani. "Vor allem, weil bereits bekannt ist, dass rückkehrende Reisende sehr häufig von multiresistenten Bakterienstämmen befallen sind."

Molekulare Analysen haben der Mitteilung zufolge ergeben, dass diese lebensgefährlichen Bakterien durch die Umwelt oder durch die Nahrungskette in Indien aufgenommen worden waren.

Dabei besteht auch für gesunde Träger von Super-Keimen ein hohes Risiko, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt an Harnwegsinfektionen oder an einer Blutvergiftung erkranken, da diese Erreger dann schwer zu bekämpfen sind.

Die Schweizer Wissenschaftler empfehlen daher, rasch spezifische und engmaschige Monitoringprogramme einzuführen, um unerwartete Krankheitsausbrüche wegen Darmbakterien mit dem mcr-1-Gen zu verhindern. (eb)

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