Ärzte Zeitung, 11.08.2016

USA

Zika löst offenbar auch deformierte Gelenk aus

In Texas stirbt ein Säugling, in Miami mehren sich Zika-Fälle infolge von Moskitostichen, und das Virus scheint auch Gelenke zu schädigen.

Zika löst auch Deformierung am Gelenk aus

Mosquitos übertragen das Zika-Virus und damit wohl auch Gelenkdeformationen bei Neugeborenen.

© Kletr / fotolia.com

HOUSTON. Im US-Bundesstaat Texas ist ein Neugeborenes an den Folgen einer Zika-Infektion gestorben. Es sei der erste dortige Todesfall in Verbindung mit dem Virus, teilte die Gesundheitsbehörde des Südstaates am Dienstag mit.

Das Baby starb demnach kurz nach der Geburt im Raum Houston. Die Mutter habe sich während der Schwangerschaft in Lateinamerika angesteckt, woraufhin sich das Baby im Mutterleib infiziert habe, hieß es.

Sieben Fälle von Gelenkschäden

Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass das Virus nicht nur Mikrozephalie bei Neugeborenen, sondern auch Gelenk-Deformierungen auslöst, meldet BBC. Brasilianische Forscher um Dr. Vanessa van der Linden beschreiben sieben solcher Fälle im Journal BMJ Open.

Die Babies hatten Gelenkprobleme in Hüfte, Knien, Ellenbogen, Handgelenk und Fingern, die zur Diagnose Arthrogrypose passten. Diese Krankheit wird durch fehlerhafte Muskelspannungen erzeugt, die das Kind im Mutterleib in unnatürliche Haltungen zwängen.

Das Team um van der Linden vermutet, dass das Virus Nervenzentren im Hirn attackiert, die die Muskeln um die Gelenke herum steuern. Diese Hypothese stützten Scans der Gehirne der Säuglinge, so BBC.

In Miami scheint sich die Situation derweil zu verschärfen, denn die Zahl der Übertragungen des Erregers durch Moskitostiche ist auf 21 gestiegen, meldet die New York Times. Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton besuchte am Dienstag eine Klinik und forderte eine Notfall-Finanzierung für Medikamente und weitere Forschung. (mmr/dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »