Ärzte Zeitung, 24.01.2008

Myrtol standardisiert beugt Exazerbationen vor

Studie zu einer Therapie mit dem Mukopharmakon im Winter / Schnelle Resorption und gute Bioverfügbarkeit

HAMBURG (stü). Bei Patienten mit chronischer Bronchitis treten bei regelmäßiger Einnahme eines standardisierten Myrtols Exazerbationen statistisch signifikant seltener auf als ohne diese Therapie. Auch ist die Intensität von Exazerbationen schwächer.

 Myrtol standardisiert beugt Exazerbationen vor

Patienten mit chronischer Bronchitis fühlen sich häufig durch Husten und Auswurf in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.

Foto: digitalstock

So blieben mit Myrtol-Therapie (GeloMyrtol®) in einer Studie Exazerbationen bei signifikant mehr Patienten aus als bei jenen, die Placebo erhielten. Mit Myrtol blieben 72 Prozent der Patienten ohne Exazerbation, mit Placebo nur 53 Prozent, wie Professor Rainer Hauck vom Kreiskrankenhaus in Bad Reichenhall bei einer Veranstaltung von Pohl Boskamp in Hamburg erinnert hat. Ebenfalls signifikante Unterschiede gab es bei der Intensität der Exazerbationen und beim Antibiotikabedarf. Und: Mit der Myrtol-Therapie fühlten sich die Patienten weniger durch Husten und Auswurf in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.

In der Studie waren 246 Patienten mit chronischer Bronchitis sechs Monate lang während des Winterhalbjahrs mit täglich 3 x 300 mg Myrtol standardisiert oder mit Placebo behandelt worden. Die Patienten hatten eine Einsekundenkapazität (FEV1) von mindestens 50 Prozent des Sollwertes und während des vergangenen Winters mindestens eine akute Exazerbation gehabt.

Myrtol standardisiert gilt nach Angaben von Dr. Thomas Wittig vom Unternehmen in Hohenlockstedt als dasjenige Mukopharmakon, dessen Wirksamkeit am besten durch moderne klinische Studien belegt ist. Die Datenlage zu dem Mittel bestehe aus 26 Studien mit 5800 Patienten. Myrtol standardisiert wird schnell im Dünndarm resorbiert und hat eine Bioverfügbarkeit von 96 Prozent sowie eine Halbwertzeit von vier Stunden.

"Die Kapsel sollte intakt geschluckt werden - im Grundsatz 30 Minuten vor dem Essen," so Wittig. Spätere Mahlzeiten zwei oder vier Stunden nach Einnahme führten zwar zu etwas niedrigeren Plasmawerten, verlängerten dafür aber die Wirkdauer. "Ein Patient, der nicht oder erst später zum Essen kommt, hat keine Verluste in der Bioverfügbarkeit zu befürchten", sagte Wittig.

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