Ärzte Zeitung, 20.03.2009

Symbiotikum mindert Erkältungsrisiko

Präparat aus Pro- und Präbiotika verringert auch die Erkrankungsdauer

MAILAND (sf). Spezielle probiotische Kulturen können dazu beitragen, das Erkältungsrisiko zu verringern. Das zeigen die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Die Wirksamkeit von Probiotika bei gastrointestinalen Beschwerden wurde in vielen Untersuchungen nachgewiesen. Im Gegensatz dazu gab es bisher kaum Studien zu der Frage, ob sich durch ihre Einnahme Infektionen der oberen Atemwege verhindern lassen.

Dies untersuchten nun Wissenschaftler der Universität Mailand in Italien in einer doppelblind-placebokontrollierten Studie (J Clin Gastroenterol 42, 2008, 224).

Dafür nahmen die Studienteilnehmer 90 Tage lang entweder ein Placebo oder ein Präparat aus Pro- und Präbiotika ein. Dieses enthielt Lactobacillus plantarum, Lactobacillus rhamnosus und Bifidobacterium lactis sowie ein Präbiotikum. Das Symbiotikum ist als Kijimea von der Firma Dr. Fischer Gesundheitsprodukte in Apotheken erhältlich.

Deutlich weniger Infekte der oberen Atemwege

Die Einnahme des Präparats führte zu einer signifikanten Reduktion der Häufigkeit von Erkältungen, akuten Infektionen der oberen Atemwege und Influenza-artigen Erkrankungen. Im Winter 2003/2004 wurden 63 Krankheitsepisoden in der Verumgruppe mit 114 Personen registriert im Vergleich zu 82 Episoden in der Placebogruppe mit 105 Personen. Im Winter 2005/2006 waren es 39 Krankheitsepisoden in der Verumgruppe mit 74 Teilnehmern und 54 in der Placebogruppe mit 68 Teilnehmern.

Auch verringerte sich die durchschnittliche Erkrankungsdauer. Im ersten Winter waren die Teilnehmer der Verumgruppe 2,9 Tage erkrankt, im Vergleich dazu betrug die Erkrankungsdauer bei den Teilnehmern in der Placebogruppe 4,7 Tage. Im zweiten Winter waren es 2,7 im Vergleich zu 4,9 Tagen.

Zusätzlich beurteilten die Probanden im ersten Winter den Schweregrad der Erkältungssymptome mit Hilfe einer vorgegebenen Skala mit Werten von 1 bis 5. In der Placebogruppe wurde ein Wert von 4,0 ermittelt, bei Einnahme des Symbiotikums betrug er 3,2.

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