Ärzte Zeitung, 24.01.2012

Grippe bei Schwangeren - oft lebensgefährlich

Schwangeren wird aufgrund der hohen Komplikationsrate bei Influenza zur Impfung mit inaktiviertem Impfstoff geraten.

NEU-ISENBURG (eb). Schwangere haben ein erhöhtes Risiko, an einer Influenzavirusinfektion schwer zu erkranken oder gar zu sterben. Damit steigt auch die Gefahr von Komplikationen wie einer Totgeburt oder einer Frühgeburt. Empfohlen wird deshalb die Impfung mit einem inaktivierten Impfstoff, vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon.

Die Symptome der Influenza, auch als ILI ("influenza-like illness") bezeichnet, sind typisch: plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber ≥ 38,5 °C, (trockener) Reizhusten sowie Halsschmerzen, Muskel- und / oder Kopfschmerzen. Meist lässt sich bereits daran eine Influenza zweifelsfrei diagnostizieren, so Professor Markus Knuf aus Wiesbaden. Bei Risikopatienten wie Schwangeren sollte eine schnelle Diagnostik initiiert werden (Extracta gynaecologica 2011; 4 (5): 15).

Die Sensitivität von Schnelltests zum direkten Nachweis viraler Antigene ist bei saisonalen Influenza viren gut, bei pandemischen Influenzaviren A (H1N1) eingeschränkt. Im Zweifelsfall sollte auch bei negativem Testergebnis mit der Therapie begonnen und zeitgleich eine sensitivere Diagnostik, etwa die PCR, eingeleitet werden.

Schwerere Verläufe bei Schwangeren als bei Nichtschwangeren

Influenzainfektionen verursachen bei Schwangeren schwerere Verläufe als bei Nichtschwangeren. Hospitalisierungsraten und Mortalität sind erhöht. Am höchsten ist dieses Risiko im dritten Trimenon. Während der Pandemie 1957/58 entfiel die Hälfte der Influenza-bedingten Todesfälle auf Schwangere.

 Auch während der pandemischen Influenza 2009 war der Anteil an Schwangeren unter den Todesfällen überproportional hoch. Insgesamt hatten sie im Vergleich mit Nichtschwangeren gleichen Alters ein höheres Risiko für Hospitalisierung, Intensivbehandlung, Tod oder Komplikationen, wie Sectio, Tot,- oder Frühgeburten oder neonatale Todesfälle.

Von größter Bedeutung ist daher die Prävention durch eine Impfung. Die während der H1N1-Pandemie 2009 gemachten Erfahrungen in der Zusammenschau mit internationalen Daten rechtfertigen eine Impfempfehlung für Schwangere.

Die STIKO hat ihre Empfehlung Mitte 2010 dahingehend aktualisiert, dass sie auch allen Schwangeren die Impfung gegen Influenza empfiehlt. Gesunde Schwangere sollten vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon geimpft werden, Schwangere mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens bereits ab dem ersten Trimenon.

[25.01.2012, 08:57:59]
Robert Hättasch 
Re: Schweinegrippe primär durch Trinkwasser ausgelöst
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20149404
"Our findings suggest that the water treatment strategies that are currently used for surface water treatment are entirely suitable for removing and/or inactivating influenza A viruses." zum Beitrag »
[25.01.2012, 07:19:15]
Wilfried Soddemann 
Schweinegrippe primär durch Trinkwasser ausgelöst
Schweine sind mit 40% bis 90% im Winter mit Influenza durchseucht. Influenza kann sich durch kaltes Trinkwasser ausbreiten. Menschen scheiden das neue H1N1 Schweinegrippevirus mit Erbrochenem und Durchfall aus. Tiere verschmutzen durch Fäkalien und mit ihren Ausscheidungen aus Nase und Maul oder Schnabel das Wasser. Alle Menschen haben Kontakt zum Trinkwasser. Oberflächen-, Quell- und Grundwasser sind mit Viren belastet. Viren bleiben im kalten Wasser lange ansteckend. Daher tritt die Influenza überwiegend im Winter auf. Die kleinen Viren werden im herkömmlichen Wasserwerk nicht gefiltert. Chlorung bringt wenig, weil Viren im Wasser verklumpt vorkommen und von den herkömmlichen Desinfektionsverfahren nicht erreicht werden. Ultrafiltration des Trinkwassers für 0,50 Euro je Person und Monat ist erforderlich. H1N1 wird gegen Tamiflu schnell resistent.

soddemann-aachen@t-online.de
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren  zum Beitrag »

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