Direkt zum Inhaltsbereich

Chronische Sinusitis

Was taugen topische Therapien wirklich?

Bei chronischer Sinusitis soll die Nase mit Salzlösung gespült oder verschiedene Sprays verwendet werden. Doch zur Effektivität dieser Therapien gehen die Meinungen auseinander. Eine neue Studie versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

Von Dr. Dagmar Kraus Veröffentlicht:
Ist es infolge einer chronischen Sinusitis zu Polypen gekommen, können lokale Kortikoidsprays helfen.

Ist es infolge einer chronischen Sinusitis zu Polypen gekommen, können lokale Kortikoidsprays helfen.

© Dan Race / fotolia.com

NEW YORK/PHILADELPHIA. Inwieweit topische Anwendungen bei chronischer Sinusitis tatsächlich empfehlenswert sind, untersuchten US-amerikanische Mediziner anhand der verfügbaren Literatur.

Sie suchten in den großen Datenbanken Medline, Embase sowie im Cochrane-Zentralregister nach kontrollierten Studien, randomisierten kontrollierten Studien und Metaanalysen, in denen die Effektivität der verschiedenen Optionen untersucht worden war, und formulierten anhand der ermittelten Beweislage Empfehlungen (Laryngoscope 2013, online 1. April).

Für das Spülen mit Salzlösung zeichnete sich die beste Evidenz ab. In insgesamt 16 randomisierten kontrollierten Studien fanden Calvin C. Wei vom St. Luke Hospital in New York und seine Kollegen den Nutzen der nasalen Anwendung von Salzlösung bestätigt.

Als eigenständiges Behandlungsverfahren sowie ergänzend nach endoskopischer Sinuschirurgie milderte es effektiv die Beschwerden.

Die lokale Kortikosteroidtherapie war noch intensiver erforscht worden, insgesamt 25 Studien hatten randomisiert und kontrolliert den Nutzen überprüft. Eindeutig von Vorteil war darin eine lokale Kortikosteroidbehandlung, allerdings nur dann, wenn infolge der chronischen Nebenhöhlenentzündung Polypen entstanden waren, die unter Therapie wieder schrumpften.

Salzlösung sinnvoll

Für Aussagen zur chronischen Sinusitis ohne Polypen reichte die Evidenz der vorliegenden Untersuchungen nicht aus.

Eher dürftig fiel die Beweislage zur Antibiotika- und Fungizidtherapie aus: Ganze zwei randomisierte kontrollierte Studien existierten zur topischen Antibiotikatherapie und vier zur topischen Pilzbehandlung, wobei meist der Wirkstoff Amphotericin B getestet wurde.

Ein eindeutiger Vorteil bestätigte sich allerdings weder für das Antibiotika- noch für das Fungizidspray. Die mit dem Pilzmittel behandelten Patienten schnitten in den Studien nicht besser ab als diejenigen Patienten, die ihre Nasenhöhlen mit einem Salzwasserspray befeuchtet hatten.

Als sinnvoll erachten die US-amerikanischen Studienautoren das Spülen mit Salzlösung. Der Nutzen topischer Antibiotika- und Kortikosteroidanwendungen hingegen müsse künftig noch genauer untersucht werden.

Die Studienautoren sind sich jedoch sicher, dass beide Behandlungsarten künftig an Bedeutung gewinnen werden, und zwar nicht zuletzt aufgrund der Nebenwirkungen einer systemischen Antibiotika- oder Kortikosteroidtherapie.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dosieraerosol, Pulverinhalator, Vernebler

Fallstricke bei der Inhalationstherapie im Kindesalter

Metaanalyse

Atemwegsviren auch bei nichtakutem Asthma häufig nachweisbar

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deutscher Rheumatologiekongress startet

Rheumatoide Arthritis: Eingreifen, bevor sie ausbricht!

Überblick

Zu unserer Themenseite Medizin

Lesetipps
Eine Tafel mit digitale Ziffern und in der Mitte steht "KI"

© 3dkombinat / stock.adobe.com

Interview zum Urologie-Kongress

Wie wird KI die Urologie verändern, DGU-Präsidentin Krege?

Roboter schreibt mit einem Stift

© Shafay / Stock.adobe.com

Diagnostik, Dokumentation und Co

KI in der Medizin: Diese Limitationen sollten Ärzte im Blick haben