Ärzte Zeitung, 26.09.2014

Kommentar zu Ebola-Hilfsaktion

Spät, aber nicht zu spät?

Von Philipp Grätzel von Grätz

Nach der Bundeswehr startet jetzt auch das deutsche Gesundheitswesen einen Aufruf zur freiwilligen Unterstützung des Kampfs gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika.

Und auch wenn es für Ärzte schwieriger sein wird als für Bundeswehrangehörige, ihren Arbeitsplatz kurzfristig für einige Wochen zu verlassen:

Die Hilfsbereitschaft bei humanitären Katastrophen ist in Deutschland traditionell so groß, dass das Deutsche Rote Kreuz optimistisch sein darf, dass sich die nötigen Ärzte melden werden, um die beiden neuen Ebola-Kliniken des DRK zum Laufen zu bringen.

Allerdings muss auch die Politik ihren Beitrag leisten. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat zugesagt, dass jeder vor Ort erkrankte Freiwillige sicher nach Deutschland zurückgebracht wird.

Das darf man ihm abnehmen. Doch das genaue "Wie" solcher Rettungsaktionen gilt es jetzt schnell zu konkretisieren.

Für das Gesundheitswesen ist die Unterstützung des Aufrufs durch die Bundesärztekammer ein erster Schritt. Da ein großer Teil der Freiwilligen Klinikärzte sein werden, würde man sich auch von Arbeitgebern Rückendeckung wünschen. Spenden aus der deutschen Zivilgesellschaft fließen bereits reichlich.

Das alles kommt spät, aber vielleicht nicht zu spät. Noch hält die WHO die Ebola-Epidemie für auf die Region begrenzbar. Gelingen wird das nur mit einem globalen Kraftakt.

Lesen Sie dazu auch:
Ebola-Hilfseinsatz: Gröhe appelliert an Ärzte

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »