Ärzte Zeitung online, 11.11.2014

Behörde erklärt

Uganda frei von Marburg-Virus

KAMPALA. Rund sechs Wochen nach dem Ausbruch des eng mit Ebola verwandten Marburg-Fiebers in Uganda haben die Behörden des ostafrikanischen Landes die Epidemie für beendet erklärt.

"Das Gesundheitsministerium möchte die Öffentlichkeit darüber informieren, dass das Land jetzt offiziell frei vom Marburg-Virus ist", sagte Vize-Gesundheitsministerin Sarah Opendi heute.

Seit 42 Tagen sei kein neuer Fall mehr registriert worden. "Das bedeutet, dass der Ausbruch unter Kontrolle ist."

Ende September war ein 30-jähriger Mann an der Krankheit gestorben. 197 Menschen, mit denen der Patient in Kontakt stand, seien im Zentrum und im Westen Ugandas unter Quarantäne beobachtet und negativ auf das Virus getestet worden, fügte Opendi hinzu.

13 von ihnen hätten zeitweise Marburg-ähnliche Symptome gezeigt, die sich aber als andere Krankheiten erwiesen.

Bisherige Ausbrüche wurden immer eingedämmt

Das Gesundheitsministerium hatte alle medizinischen Notfallteams reaktiviert, die über Erfahrung bei der Bekämpfung von Marburg-Fieber, Ebola und ähnlichen Viruserkrankungen verfügen.

Alle bisherigen Ausbrüche in Uganda konnten ebenfalls rasch eingedämmt werden.

Infektionen mit dem Marburg-Virus sind zwar selten, verlaufen aber nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sehr oft tödlich.

Der Erreger verursacht neben schweren Kopfschmerzen Blutungen aus allen Körperöffnungen und in den inneren Organen. (dpa)

[22.11.2014, 21:02:13]
Dr. Horst Grünwoldt 
Virus-Freiheit
Wenn die ugandische Gesundheits-Ministerin das zentralafrikanische Land "jetzt frei vom Marburg-Virus" erklärt, so entspricht das politischem Wunschdenken.
Kein seriöser Bakteriologe oder Virologe wird jemals etwas "frei von irgendeinem Bakterium oder Virus" erklären, sondern in aller Zurückhaltung nur sagen, daß die untersuchten Proben keinen Erregernachweis geliefert haben.
Auch die WHO und ihre Vertreter können weder irgendwelche Länder, noch die ganze Welt vollmundig für "frei von einer Seuche" erklären, sondern lediglich aussagen, daß in einem willkürlich definierten Zeitraum und Gebiet kein neuer Krankheitsfall mehr aufgetreten ist.
Schließlich hat eine globale Beprobung und lückenlose Untersuchung bis in den letzten Winkel unserer Welt niemals stattgefunden. Insofern gilt sogar "globale Pockenfreiheit" nur bis zum nächsten "Ausbruch", sprich: Apparentwerden einer bisher latenten Infektion.
Ich stelle immer wieder fest, daß die unseriösen "Kämpfer gegen den unsichtbaren Feind" -einige Virologen und Epidemiologen- jedenfalls sprachlich uns alle im Nebel tappen lassen mit unsinnigen Ausdrücken wie "Seuchenausbruch", "Erregerverbreitung" und "Artenüberspringung eines Virus spp."! Entspricht das etwa reiner Geltungssucht?
Jedenfalls kann damit auch verantwortungslos eine Psychoseuche ausgelöst werden. Die gespenstischen Aktionen im Ebola-Gebiet Westafrikas und die Reaktionen von gesunden Menschen sind dafür z.Z. ein deutliches Indiz.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene) aus Rostock zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »