Ebola

Weiterer Impfstoff im Test gut verträglich

Mediziner melden Erfolge mit Ebola-Impfstoffen an Dutzenden gesunden Freiwilligen. Ob sie wirklich ausreichend schützen, kann aber erst ein Test in Afrika mit Zehntausenden von Probanden zeigen.

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Hoffnung bei den Tests für einen Ebola-Impfstoff.

Hoffnung bei den Tests für einen Ebola-Impfstoff.

© Light Impression/fotolia.com

OXFORD. Ein weiterer Ebola-Impfstoff ist nach Forscherangaben gut verträglich und aktiviert das Immunsystem.

Er wurde an 60 gesunden Freiwilligen getestet. Die Zahl der Antikörper gegen Ebola sei nach der Impfung deutlich gestiegen, schreiben die Forscher um Adrian Hill von der britischen Universität Oxford im "New England Journal of Medicine.

Ob das für eine erfolgreiche Abwehrreaktion des Körpers ausreicht, müssten weitere Tests in Afrika zeigen.

Bereits im November hatten US-Forscher einen sehr ähnlichen Impfstoff (cAd3-EBO) vorgestellt.

Die Immunantworten beider Impfstoffe seien in etwa vergleichbar, sagte Prof. Stephan Becker von der Universität Marburg, der an der britischen Studie beteiligt war.

Probanden bekamen leichtes Fieber

Der US-Impfstoff war unter der Leitung der US-Gesundheitsbehörde NIH (National Institutes of Health) an 20 gesunden Teilnehmern getestet worden. In beiden Studien hatten je zwei Probanden Fieber entwickelt, das aber bald zurückging.

An der Entwicklung der Impfstoffe war der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline beteiligt, der in der vergangenen Woche bereits damit begonnen hatte, erste Dosen nach Liberia zu schicken.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in Guinea, Liberia und Sierra Leone bislang 22.057 infizierte Menschen registriert, 8795 davon sind gestorben. Nach ihrer Einschätzung ist ein Ende der Epidemie in Sicht.

Zum ersten Mal seit Juni 2014 seien in diesen drei am stärksten betroffenen Ländern innerhalb einer Woche weniger als 100 Menschen an Ebola erkrankt, teilte die WHO in Genf mit.

Diese gute Nachricht macht zugleich einen Test in Afrika schwierig. Nur noch punktuelle, lokale Ausbrüche der Krankheit seien zwar wunderbar, hatte der Marburger Forscher Becker bereits vor Kurzem gesagt.

Dies bedeute aber für die Erprobung des Impfstoffes einen immensen logistischen Aufwand: "Wenn Sie gar nicht so genau wissen, wo der Ausbruch stattfindet, er heute hier und morgen da ist, dann ist das eine riesige Herausforderung."

Anfang Februar sollen die Tests in Afrika beginnen.

Bundesregierung warnt vor zu viel Optimismus

Unterdessen hat die Bundesregierung trotz erster Erfolge davor gewarnt, im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika nachzulassen. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels", sagte der Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, in Berlin.

Aber Guinea, Liberia und Sierra Leone müssten völlig Ebola-frei gemacht werden. Noch gebe es Infektionsherde über die Länder verstreut. Es bestehe aber die Hoffnung, die Epidemie in einem halben Jahr in den Griff zu bekommen.

Lindner, der gerade von einer Reise aus Westafrika zurückkam, berichtete, dass die Neuinfektionen dort pro Woche unter 100 lägen. Vor Weihnachten seien es noch etwa 300 gewesen.

Im Kampf gegen die Krankheit dürfe jetzt nicht nachgelassen werden, damit sie nicht wieder voll ausbreche. Ließe die Aufmerksamkeit für das Krisengebiet nach, bestünde die Gefahr, dass die Forschungen an einem Impfstoff zurückgefahren würden. (dpa)

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